Kultur : Fördermittel für die Freie Szene – und Proteste

Fördermittel in Höhe von 4,7 Millionen Euro vergibt der Berliner Senat für die Konzeptförderung freier Gruppen für die Jahre 2015 bis 2018. Grundlage ist die Entscheidung einer Jury, die allerdings darauf hinweist, dass die Summe bei Weitem nicht ausreiche. Eine seriöse Förderpolitik sei so nicht möglich. Auch die Sophiensäle, die 155 000 Euro jährlich mehr bekommen sollen, protestieren gegen die Unbeweglichkeit der Kulturverwaltung, der aus dem Off geballter Unmut entgegenschlägt. Für die kommenden Wochen hat die Koalition der Freien Szene zu Diskussionen und Demonstrationen aufgerufen. Sie weist auf die prekären Arbeitsbedingungen freier Künstler hin.

Die Gutachter Ute Büsing, Stefanie Wenner und Frank Schmid argumentieren ähnlich: „In Anbetracht des enormen Wachstums und des enormen Bedeutungsgewinns der Freien Szene, die zu einem großen Teil dafür mitverantwortlich ist, dass Berlin derzeit jene kulturelle Strahlkraft besitzt, die immer mehr Künstler und zahlende Touristen in die Stadt lockt, ist es umso bedauerlicher, dass die Fördertöpfe für die Freie Szene nicht in gleichem Maße mitgewachsen sind.“ Sie empfehlen neben den Sophiensälen die Förderung von Neuköllner Oper, Ballhaus Naunynstraße, Theater Strahl, Vagantenbühne, Theater im Palais, Kleines Theater am Südwestkorso, Constanza Macras und Rimini Protokoll. Neu in die Förderung aufgenommen werden sollen die Tanzcompagnie Toula Limnaios und die Performer von She She Pop. Heraus fallen ab 2015 das Theater 89, Nico and the Navigators und der Theaterdiscounter. Das Gutachten steht im Internet unter http://www.berlin.de/sen/kultur/foerderung/informationen/maininfo2.html#K3 . Tsp

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