Förderung Berlins : Neumann will Hauptstadtkulturfonds erhalten

Kulturstaatsminister Neumann will trotz Bedenken der Regierung den Hauptstadtkulturfonds weitertragen. Der Bund habe eine besondere Verantwortung für die Kultur in der Hauptstadt, erklärte Neumann.

Berlin - Die Bundesregierung will am Hauptstadtkulturfonds festhalten. Das bekräftigte Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) bei einem Treffen mit Angehörigen des wiedergegründeten Rates für die Künste in Berlin. In beiden Regierungsfraktionen hatte es Bedenken gegen den Fonds gegeben, der besondere kulturelle Projekte und Initiativen in Berlin unterstützen soll. An dem Gespräch im Bundeskanzleramt nahmen die Sprecher des Rates, Intendant Matthias Lilienthal (Hebbel am Ufer) und Catherine Milliken von den Berliner Philharmonikern teil, wie Neumanns Büro am Freitag mitteilte.

Neumann betonte dabei, dass der Bund seine besondere Verantwortung für die Kultur in der Bundeshauptstadt ernst nehme. «Kultur ist ein entscheidender Lebensnerv für die nationale und internationale Ausstrahlung Berlins», sagte der Staatsminister. Der vom Bund jährlich mit zehn Millionen Euro finanzierte Hauptstadtkulturfonds war zeitweise in die Kritik geraten, als er zum Beispiel eine Ausstellung über die terroristische «Rote Armee Fraktion» (RAF) fördern wollte. Kurator ist heute der frühere Intendant der Berliner Philharmoniker, Elmar Weingarten, als Nachfolger von Adrienne Goehler.

Der Rat für die Künste in Berlin wurde 1994 unter dem Dach der Akademie der Künste gegründet. Konstituiert hatte sich der Rat, weil nach dem Fall der Mauer 1989 viele Berliner Kultureinrichtungen und die freie Szene unter enormem Veränderungsdruck standen. Zugleich sollte diskutiert werden, welchen Anteil der Bund in der neuen Hauptstadtkultur spielen sollte. Der im Februar 2006 neugegründete Rat repräsentiert jetzt über 400 Berliner Kulturinstitutionen. (tso/dpa)

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