• Förderung des Bundesforschungsministeriums macht die Eröffnung eines Kulturzentrums in Paris möglich

Kultur : Förderung des Bundesforschungsministeriums macht die Eröffnung eines Kulturzentrums in Paris möglich

JvU

In einer Zeit, in der das Goethe-Institut um seine Zweigstellen bangt und andere "Mittler" ganz vom Erdboden verschwinden, grenzt die Eröffnung eines neuen Kulturzentrums im Ausland an ein Wunder. Doch so geschah es unlängst in Paris. Das Deutsche Forum für Kunstgeschichte feierte seinen Einzug in ein denkmalgeschütztes Haus an der Place de Victoire. Des Rätsels Lösung: Das Forum wird, zunächst auf fünf Jahre befristet, vom Bundesforschungsministerium gefördert - ein Beschluss des deutsch-französischen Kulturgipfels in Weimar. Daneben gelang es dem Direktor, Thomas W. Gaethgens, auch private Zuschüsse locker zu machen. Gaethgens ist wie kein zweiter für das Amt prädestiniert: Er lehrt nicht nur Kunstgeschichte an der FU Berlin, er ist auch Gastprofessor auf der höchsten Erhebung der Pariser Geisteslandschaft, dem Colle¡ge de France. Mit einem knappen Dutzend Mitarbeitern und Stipendiaten will das Forum deutschen Kunsthistorikern Gelegenheit geben, die französische Kunst "vor Ort" zu studieren, zugleich sollen aber auch die notorisch sprachfaulen französischen Kunsthistoriker in ihrer eigenen Hauptstadt kompetente deutsche Gesprächspartner finden. Dass das Mazarin-Palais gleich um die Ecke liegt, kann gewiß nicht schaden. Nach dem Auszug der Nationalbibliothek wird es künftig der zentrale Sitz der kunsthistorischen Einrichtungen Frankreichs sein. Sein erstes Jahrbuch ("Prenez garde à la peinture", Akademie-Verlag, Berlin) widmete das Forum der Kunstkritik in Frankreich von 1900 bis 1945. Für den Herbst ist ein Kolloquium über "Das Bild der deutschen Kunst im Frankreich des 19. Jahrhunderts" geplant.

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