Kultur : Fotografinnen III

"Fotografinnen III" ist der nüchterne Titel einer soeben eröffneten Ausstellung der Friedrichshainer "Fotogalerie".Sechs Fotografinnen, alle aus dem Osten Deutschlands, zeigen einen Ausschnitt aus ihrer Arbeit: Die Älteste von ihnen gehört dem Jahrgang 1934 an, die Jüngste ist 1971 geboren.Mit einer Ausnahme stellen die Künstlerinnen soziale Sujets in den Vordergrund ihrer fotografischen Arbeit.Ingrid Hartmetz zeigt Bilder aus dem Tag einer Bahn-Reinigungsbrigade, die bäuerlich wirkenden Gesichter der Putzerinnen, ihre groben Hände und auch mal den Blick in ein verdrecktes Zug-Klo.Ausklingender "sozialistischer Realismus" des Jahres 1990.Merit Pietzker belichtet in Berlin-Mitte vergangener Jahrzehnte ("Letzten Sommer war noch 19.Jahrhundert"), bevor sie hinter Neubauten und frischer Farbe verschwanden.Angela Fensch portraitiert im Auftrag einer Sozialbehörde Halbstarke in der Uckermark, Ute Mahler schließlich zeigt tiefe Einblicke in ein Frauengefängnis."Abschiebeknast Neuss" heißt die Fotoserie, die sie für den "Stern" produzierte - die Bilder von den Mädchen ohne Papiere gehören wohl zu den stärksten der Austellung.Ihr Traum vom glücklichen Leben im reichen Deutschland ist zerplatzt, die dazugehörigen Wunsch-Bilder sind an den Wänden über den Doppelstockpritschen kondensiert - sie ist vollgepflastert mit bunten, aus Illustrierten ausgerissenen Werbefotos.Die Mädchen lachen trotzdem

Fotogalerie, Helsingforser Platz 1, Dienstag bis Samstag 13-18 Uhr, bis 19.Juni

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