Kultur : Frankfurt: Nahe gelegen

Christian Huther

Die Frankfurter Buchmesse bekommt ein künstlerisches Pendant, wenn auch erst einen Tag nach der Eröffnung am 17. Oktober: Fast zeitgleich zur 52. Buchmesse findet in diesem Jahr vom 18. bis 22. Oktober die "Antique Frankfurt" statt, mit Kunst von der Antike bis zur Moderne. Der Bücherfreund hat es nicht weit, schlagen doch rund 90 Händler aus dem In- und Ausland ihre Stände in der Messehalle 1.1. auf. Auch die Antikmesse könnte von der Nähe der Buchmesse profitieren: Erwartet werden 300 000 Besucher, 7000 Aussteller und 10 000 Journalisten. Wenn nur ein Bruchteil davon in die Halle 1.1. kommt, hat die zum dritten Mal stattfindende "Antique" gute Geschäfte zu erwarten. Die fünftägige Messe versammelt Kunst aus sieben Jahrtausenden, etwa Ausgrabungsobjekte, Uhren, Schmuck, Silber, Teppiche, Asiatika und Porzellan sowie Gemälde, Zeichnungen und Grafiken alter Meister bis zur klassischen Moderne. Natürlich bieten viele Aussteller verstärkt alte Grafik und rare Bücher an, bis hin zu Frühdrucken aus Gutenbergs Presse. Schließlich widmet sich eine Begleitschau historischen Bibliotheken und zeigt Leihgaben von Thurn und Taxis (Regensburg), der Herzog-August-Bibliothek (Wolfenbüttel), der Wiener Nationalbibliothek, der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek (Weimar), der Bibliothek Otto Schäfer (Schweinfurt) und aus einer Privatkollektion mit Tarnschriften und Widerstandspublikationen der Nazizeit. Dank des Bücher-Schwerpunktes dürfte die bisher zurückhaltend aufgenommene Messe zum Erfolg führen, auch wenn sie sich vom Angebot und von der Zeit her mit der Basler "Cultura" überschneidet. Zudem gibt es auf der Buchmesse eine eigene Halle, die sich den Kunstverlagen und der reproduzierenden Kunst widmet - auch mit Ausstellern, die verkaufen. Dieses Nebeneinander von Originalen und Reproduktionen könnte bei gut abgestimmten Öffnungszeiten befruchtend wirken, zumal einige Aussteller auf beiden Messen vertreten sind.

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