Frankfurt : Wirbel um eigenmächtigen Abbau von Kunstwerk

In Frankfurt ist die vom Land Hessen vor elf Jahren angekaufte Skulptur "Kristallpalast" kurzerhand abgebaut und eingelagert worden. Kulturdezernent Semmelroth zeigt sich empört.

Frankfurt/Main - Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren sorgt die Entfernung eines Kunstwerks in Frankfurt am Main für Wirbel. Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) zeigte sich empört über den Abbau einer Installation des Künstlers Ottmar Hörl. Das für 300.000 Mark vom Land angekaufte Kunstwerk "Kristallpalast" war vor elf Jahren im Eingangsbereich eines innerstädtischen Behördenzentrums aufgestellt worden. Jetzt wurde es abgebaut und eingelagert - angeblich, weil es den Fluchtweg versperrt.

"Ein solches Vorgehen nach einer so langen Zeit ist mehr als fragwürdig, zumal mit dem angegebenen Grund", kritisierte Semmelroth und fügte hinzu: "Zumindest hätte ein Alternativstandort gefunden werden müssen". Die Installation einfach abzuräumen, sei nicht nur respektlos gegenüber dem Künstler. Dies entwerte auch die Arbeit der Jury, die seinerzeit eine Gruppe von 16 Künstlern zur bildlichen Auseinandersetzung mit dem Behördenapparat aufgefordert habe.

Eine gewisse Respektlosigkeit beim Umgang mit moderner Kunst ist in Frankfurt nichts Neues. 2005 machten Mitarbeiter der städtischen Stabsstelle "Sauberes Frankfurt" bundesweit Schlagzeilen, als sie eine öffentlich aufgestellte, zwei Meter große und knallgelbe Drahtskulptur mit Sperrmüll verwechselten und einfach entsorgten. (tso/ddp)

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