Kultur : Frankfurter Buchmesse: 90 000 Neuerscheinungen werden präsentiert.

Zum Auftakt Der 51. Frankfurter Buchmesse haben die Außenminister Deutschlands und Polens, dieses Jahr Gastland der weltgrößten Literaturschau, zu einer Vertiefung der Beziehungen zwischen beiden Ländern aufgerufen. Joschka Fischer sagte bei der Eröffnung am Dienstagabend, Polen habe eine überragende Rolle beim Zusammenwachsen Europas. Die Erweiterung der EU sei "vor allem auch eine kulturelle Aufgabe", zu der die polnische Literatur viel beitragen könne. Der polnische Außenminister Wladyslaw Bartoszewski, der selber 1986 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten hatte, forderte eine teilweise Neudefinition der "deutsch-polnischen Interessengemeinschaft". Polen solle nicht nur "Empfänger", sondern auch Mitautor einer Ostpolitik der EU werden. Der polnische Literaturnobelpreisträger von 1980, Czeslaw Milosz, äußerte die Hoffnung, dass das Lesen von Büchern der Unmenschlichkeit vorbeuge (Siehe Interview) .

Zur Buchmesse werden rund 300 000 Besucher erwartet. Die Zahl der Aussteller stieg von 6643 im Vorjahr auf fast 7000 aus 106 Ländern; rund 90 000 Neuerscheinungen werden vorgestellt. Der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Roland Ulmer, spricht von einer Aufbruchstimmung auf dem Buchmarkt; man erwarte ein Wachstum von bis zu drei Prozent.

Neben dem Schwerpunkt Polen - mit 70 polnischen Autoren und rund 100 Verlagen sowie über 100 deutschsprachigen Neuerscheinungen polnischer Literatur - präsentiert die Messe unter anderem "Faszination Comic", ein auf drei Jahre neu angelegtes Projekt. Damit will man die rasante Entwicklung in der Comic-Szene im Blick auf Autoren, Zeichner, Verleger, Buchhändler, Agenturen und Illustratoren aus aller Welt widerspiegeln. Ein dritter Akzent: der wachsende elektronische Markt um Internet, CD-Rom und elektronisches Buch. Auf der Buchmesse vergibt die "International eBook Award Foundation" den weltweit ersten Preis für literarische und technologische Werke im elektronischen Format, den mit 100 000 Dollar dotierten "Frankfurt eBook Award". - Die Buchmesse geht am Sonntag mit der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels in der Frankfurter Paulskirche zu Ende. Die Auszeichnung geht in diesem Jahr an die algerische Autorin, Historikerin und Filmemacherin Assia Djebar.

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