Kultur : Frankfurter Buchmesse: Vierhunderttausend Titel

Die 53. Frankfurter Buchmesse, die am Dienstag in Anwesenheit von Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin und Griechenlands Präsident Constantinos Stephanopoulos eröffnet wurde, soll trotz der Terroranschläge in den USA wie geplant ablaufen. Der gegenwärtige Konflikt, so Nida-Rümelin in seiner Auftaktrede, sei keine Auseinandersetzung zwischen Christentum und Islam, sondern ein Konflikt zwischen denen, "die die Menschenrechte beachten und denjenigen, die Menschleben Unbeteiligter auslöschen, um politischer Ziele willen".

Die weltweit größte Buchmesse wolle mehr als sonst ein "politisches wie intellektuelles Forum" bieten, so Direktor Lorenzo Rudolf - auch wenn kurzfristig keine dem Thema Terror gewidmete Veranstaltung angesetzt wurde. Bei einer Gesamtzahl von 6661 Ausstellern gab es lediglich 54 Absagen, davon 31 aus den USA, die mit rund 800 Verlagen vertreten ist. Aus arabischen Staaten gibt es keine Absagen. "Das Thema Sicherheit ist omnipräsent", so Rudolf: Das Sicherheitspersonal wurde verdoppelt.

"Gastland" ist in diesem Jahr Griechenland; Schwerpunkt sind außerdem die elektronischen Publikationen. Bei der Messe, die vom 10. - 12. Oktober zunächst für das Fachpublikum geöffnet ist, werden zum Wochenende knapp 300 000 Besucher erwartet. Bei rund 400 000 präsentierten Titeln mit knapp 100 000 Neuerscheinungen rechnet der Vorsteher des Börsenvereins Roland Ulmer mit einem Umsatzwachstum von 1 bis 1,5 Prozent. Nach einem guten ersten Halbjahr sei das dritte Quartal mäßig gewesen, wegen der weltpolitischen Lage seien für das letzte Quartal keine verlässlichen Voraussagen möglich. Beim Internet-Buchhandel zeichne sich trotz steigender Umsätze allmählich eine Marktkonzentration ab: Nur wer Gewinne mache, werde sich durchsetzen können.

Die Buchmesse geht am 15. Oktober zu Ende. An diesem Sonntag erhält der Philosoph Jürgen Habermas den Friedenspreis des deutschen Buchhandels in der Frankfurter Paulskirche.

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