Frankfurter Schirn : "Anonyme" Kunst

Zeitgenössische Kunstwerke, befreit vom "Markennamen" des Urhebers, sind das Thema einer neuen Ausstellung unter dem Titel "Anonym - In the Future No One Will Be Famous" in der Frankfurter Schirn Kunsthalle.

Frankfurt/Main - Zu sehen sind in der Kunsthalle bis 14. Januar kommenden Jahres eigens für die Schau entwickelte Werke von elf internationalen Künstlern, deren Namen ebenso wie die der zuständigen Kuratorin oder des zuständigen Kurators nicht genannt werden.

Besucher der Ausstellung "Anonym - In the Future No One Will Be Famous" - der Titel ist eine Anspielung auf den berühmten Andy-Warhol-Slogan von 1968 "In the future everyone will be world-famous for 15 minutes" - sind dadurch weitgehend auf sich allein gestellt. Nicht nur die Namen der Künstler bleiben im Verborgenen, die Betrachter der labyrinthisch angelegten Schau erhalten zu den gezeigten Installationen und Performances auch keine zusätzlichen Hinweise.

"Ein Experiment"

Die Ausstellung sei "ein Experiment", sagte Schirn-Direktor Max Hollein bei einer Vorbesichtigung. Man wolle die Frage aufwerfen, was geschieht, "wenn Kunstwerke die Autorschaft verweigern oder sich davon befreien". Die Schau sei vor dem Hintergrund von zunehmender Kritik daran zu sehen, dass Künstler zur Marke werden und ihr Werk in den Hintergrund tritt.

Ohne zusätzliche Hinweise müssten in "Anonym" die Arbeiten nach werkimmanenten Kriterien beurteilt werden. Eine Einordnung innerhalb eines bekannten künstlerischen Oeuvres oder mit den Informationen des Künstlernamens und seiner Vita sei für den Betrachter nicht möglich. Mit der Ausstellung habe sich die Schirn auch einen "Virus" ins Haus geholt, schließlich zeige die Kunsthalle derzeit parallel eine Ausstellung mit Arbeiten des "großen Markennamens" Picasso. (tso/ddp)

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