Kultur : "Freundschaftsgeschichten von Luzie": Mädchensachen - Eine Freundschaft mit Macken

Rolf Brockschmidt

Luzie und Sarah sind dicke Freundinnen, ein Herz und eine Seele. Nur im Rechnen sind sie nicht gleich gut. "Ich wünschte, ich wäre du - Luzie mit dem Rechenhirn!" sagt Sarah, nachdem ihr Luzie wieder einmal Nachhilfe gegeben hat. Na, und warum nicht Du und Ich tauschen? Rollentausch, Kleidertausch, die Mutter verblüffen! Aber Luzie ist Perfektionistin: Sarah hat lange blonde Haare, Luzie aber kurze. Was nun?

So beginnt eine von drei Episoden, die Marliese Arold in ihrem Band "Freundschaftsgeschichten von Luzie" mit genauer Beobachtungsgabe und Augenzwinkern erzählt. Zum Beispiel auch die Geschihte, als Luzie auf Marco aufmerksam wird, den Jungen aus der Nachbarschaft. Und wie sie ihm dann im Supermarkt in einer elendlangen Schlange mit ein paar Mark aushilft. Marliese Arold steht klar auf Seiten der Kinder, die sich in diesem Buch leicht wiederfinden werden. Welcher Erwachsene nimmt schon Kinder im Supermarkt in der Schlange vor der Klasse ernst? Natürlich bleibt es bei Luzie und Sarah nicht aus, dass sich der blaue Himmel der Freundschaft auch einmal trübt. Es passt Sarah überhaupt nicht, dass Luzie auch mit Marco befreundet ist. Eifersucht kommt auf, ganz wie im richtigen Leben. Aber mit Luzie hat Marliese eine Figur geschaffen, die stabil ist und - ohne dass es pädagogisch wirkt - einen Ausweg aus dem Dilemma findet. Und siehe da, mit Jungs können achtjährige Mädchen auch ganz gut spielen. Ein schönes Buch für Kinder ab der zweiten Klasse. Schön auch die pfiffigen Illustrationen von Silke Brix-Henker, die ganz im Stil einer Jutta Bauer die beiden flotten Mädchen aufs Papier gezaubert hat. Ein Buch, das den Schulanfang versüßen kann.

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