Kultur : Frischer Fisch

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ALL THAT JAZZ

Christian Broecking

über die japanische Pianistin Aki Takase

Seit vielen Jahren lebt die japanische Pianistin Aki Takase schon in Berlin, auch wenn ihr hier der frische Fisch fehle und die Winter zu lang und zu kalt seien. Aber hier habe sie halt ihr privates Glück gefunden und das Gefühl der Freiheit. Für die 1998 erschienene CD „Duet For Eric Dolphy“ mit dem ebenfalls in Berlin lebenden Bassklarinettisten Rudi Mahall erhielt Takase den Preis der Deutschen Schallplattenkritik, Mahall ist seitdem aus den verschiedenen Projekten der ideenreichen Pianistin nicht mehr wegzudenken. Auch bei ihren jüngsten Vorhaben aktualisierte Takase musikalisches Material, das tief aus der schwarzen Tradition kommt. Nach ihrer exzellenten „St. Louis Blues“-CD mit Stücken des Blueskomponisten W.C.Handy, folgte eine Aufnahme mit Mahall, Paul Lovens, Schlagzeug, Nils Wogram, Posaune, Thomas Heberer, Trompete und Eugene Chadbourne, Gitarre, bei der die Musik des Pianisten, Organisten und Sängers Fats Waller im Zentrum stand: Aki Takase „Plays Fats Waller“ (Enja). Über ihn wird ja behauptet, er habe Klassiker der Jazzgeschichte wie „Ain’t Misbehavin’“, „Honeysuckle Rose“ und „I’m Gonna Sit Right Down And Write Myself A Letter“ mal eben so zwischendurch komponiert, im Taxi oder sogar während einer laufenden Show, und die Urheberrechte teils sofort für wenige Dollar verkauft.

Auch bei Takases jüngster Band, „Aki & The Good Boys“, ist Mahall wieder dabei, der Bandname stammt übrigens von Takases Ehemann Alexander von Schlippenbach. In der vergangenen Woche setzte er die Live-Aufnahmen für seine 59 Stücke umfassende 3-CD-Box „Das Gesamtwerk Monk“, die im Dezember beim Schweizer Intakt-Label erscheinen soll, fort. Auf bunten Plakaten werden diese Konzerte angekündigt. Auch Takase hat sich schöne Plakate drucken lassen. Sie nimmt in dieser Woche mit „Aki & The Good Boys“ eine Live-CD auf. Mit dabei sein kann man am Mittwoch und Donnerstag im A-Trane (jeweils 21 Uhr).

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