Kultur : Für immer heute

Drew Barrymore brilliert in der romantischen Komödie „50 erste Dates“

Michaela Soyer

Es ist kein Zufall, dass dieser Film auf einer kleinen Insel in Hawaii spielt. Nur an einem abgeschiedenen Ort kann Lucys (Drew Barrymore) Gedächtnisverlust so konfliktfrei ablaufen, dass dabei eine romantische Komödie entsteht: „50 erste Dates“ von Peter Segal.

Seit ihrem Autounfall ist Lucys Kurzzeitgedächtnis so geschädigt, dass sie nach dem Aufwachen jede Erinnerung an den vorherigen Tag verloren hat. Ihr Bekanntenkreis und ihr Bewegungsradius sind deshalb überschaubar: Eigentlich hält sie sich nur zwischen ihrem Lieblinsgcafé und dem Haus ihres Vaters auf. So gelingt es dem Vater und ihrem Bruder Doug (sehr amüsant: Sean „Hobbit“ Astin) immerhin ein Jahr lang, die Zeit für Lucy anzuhalten. Sie legen ihr immer wieder die gleiche Zeitung vor die Nase, außerdem feiert die Familie täglich den Geburtstag des Vaters. Der Provinz sei Dank: In einer Großstadt könnte allein wegen der Nachrichtenflut der selige Zustand der Unwissenheit nicht eine Minute lang aufrechterhalten werden. Bis Henry auftaucht (Adam Sandler), der sich in Lucy verliebt. Dumme Sache: Da sie ihn am nächsten Tag nicht mehr kennt, muss er alle 24 Stunden ihr Herz neu erobern.

Dabei liefert das Motiv des verlorenen Gedächtnisses nicht zwangsläufig die Grundlage für eine Komödie; bei „The Bourne Identity“ mit Matt Damon oder in Christopher Nolans Film „Memento“ ist es die Voraussetzung für einen Thriller. Dramatisch wird eine Amnesie auf der Leinwand, wenn der Held sich seine Erinnerungen selbst wieder zusammenklauben muss. In „Memento“ tätowiert sich die Hauptfigur Shelby Gedächtnisbruchstücke auf den Körper, um sich an seine Mission zu erinnern.

Bei Lucy ist es hingegen Henry, der ihr morgens die Videoaufnahme vom gemeinsam Erlebten vorspielt. Die Komik der Amnesie: Das eingespielte Darstellerduo – Sandler und Barrymore standen schon bei der Komödie „Eine Hochzeit zum Verlieben“ gemeinsam vor der Kamera – erlebt die skurrilsten Situationen, angefangen mit dem Moment, in dem Lucy neben Henry erwacht und sich nicht mehr an die Nacht erinnern kann. Ein wenig tragisch wird „50 erste Dates“ erst, als Lucy den Kontakt zu Henry abbricht, weil sie ihn davor bewahren will, sein Leben auf ihre Krankheit einzustellen. Wie soll das gehen: mit Kindern und dem kleinen Glück, aber ohne Gedächtnis? Aber keine Sorge, ein Zeitsprung katapultiert das Paar im Nu in die gemeinsame Zukunft – in einer romantischen Komödie, mit der auch unromantische Zuschauer glücklich werden können.

In 23 Berliner Kinos, OV im Cinemaxx Potsdamer Platz und Cinestar SonyCenter

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