Kultur : "Fürst Pückler Land": Auch ich war in Arkadien

hema

Wohl jeder Mensch träumt irgendwann von Arkadien. Manch einer versucht sogar, seine persönliche Vorstellung von diesem Paradies auf Erden zu verwirklichen. Einer dieser praktischen Träumer war im 19. Jahrhundert Fürst Pückler-Muskau, der sich mit seinen gestalteten Landschaften verewigte. "Fürst Pückler Land" hat Thomas Kläber seinen Bildband genannt, in dem er fotografische Entdeckungen zeigt, die er etwa 50 Kilometer um Cottbus herum machte. Nicht die in der DDR durch Tagebauen geschundene Landschaft führt er in der Lausitz vor Augen, sondern sein persönliches Arkadien - so lyrisch sind die jahrszeitlichen Panorama-Aufnahmen aus der Gegend zwischen Braunkohle und Pückler-Parks. Eine Lärmschutzwand entlang maigrüner Wiesen unter frühlingsblauem Himmel ist da eben so stimmungsvoll wie Schwäne um die Pyramide im sommerlichen Branitzer Park oder ein Oktoberabend im Gubener Land.

Der Lausitzer Matthias Körner hat ein ebenso stimmungsvolles Essay zu dem Bildband geschrieben. Darin schildert der Schriftsteller humorvoll, wo er in seiner Kindheit in "Fürst Pückler Land" sein Paradies auf Erden sah: In einer zigarettenschachtelgroßen Fernsehattrappe, die unbekannte Urlaubsziele zeigte - ein Mitbringsel des Großvaters aus dem Westen.

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