Fundstück : Benimmregeln aus dem Mittelalter

Ein altes Schulheft der Mainzer Domschule dokumentiert, wie man sich im Mittelalter zu benehmen hatte. Die Teile des mittelalterlichen Fundstücks sind vermutlich Schriften aus dem Lateinunterricht.

MainzIn Mainz sind Fragmente eines mittelalterlichen Schulhefts gefunden worden. Dabei handele es sich um die bislang einzigen schriftlichen Überbleibsel der ehemaligen Mainzer Domschule, sagte der Direktor der Mainzer Martinus-Bibliothek, Helmut Hinkel, am Dienstag in Mainz. Die "einzigartigen" Fundstücke aus dem 15. Jahrhundert seien zufällig bei der Restauration eines Sakristeibuches entdeckt worden. Die Domschule wurde etwa im achten Jahrhundert gegründet und bildete über 1000 Jahre lang vor allem adlige Kinder aus.

Die Schriftstücke stammen vermutlich aus dem Lateinunterricht, sagte der Germanist Michael Baldzuhn, der sich wissenschaftlich mit mittalterlichem Schulunterricht beschäftigt. Auf den Fragmenten fand er lateinische Texte mit deutschen Übersetzungen. Darin sind laut Baldzuhn hauptsächlich Benimmregeln beschrieben. So stehe in den gefundenen Pergamenten beispielsweise geschrieben, dass das Leertrinken eines Bechers in einem Zug unhöflich sei. (yr/dpa)


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