Kultur : Furchtlos und vielseitig: der künftige Chefdirigent der Deutschen Oper Berlin

F. H.

Der Mann, den Udo Zimmermann am Wochenende als neuen Generalmusikdirektor der Deutschen Oper Berlin präsentierte, ist in der Stadt kein Unbekannter mehr: In seinem künftigen Stammhaus an der Bismarckstraße debütierte der 1959 geborene Italiener bereits im Februar 1989 mit Donizettis "Liebestrank" und zählt seither zu den regelmäßigen Gastdirigenten des Hauses. Auch im Konzerthaus am Gendarmenmarkt ist er oft zu hören, seit er das Sinfonieorchester des Mitteldeutschen Rundfunks leitet. Bei seinem nächsten Auftritt mit dem MDR am 16. Mai dirigiert er Mahlers erster Sinfonie. So gegensätzlich diese beiden Werke sind, so weit gespannt ist Luisis Repertoire: Er hat vor keiner Partitur Angst. Dabei liegt der Arbeitsschwerpunkt des Genuesers, der sich sein dirigentisches Handwerkszeug am Theater in Graz erarbeitete, beim Musiktheater: Siebzehn Verdi-Opern hat er parat, acht von Rossini und sieben von Donizetti, alle wichtigen Puccini-Werke und die Highlights des Verismo. Seit 1988 gehört Luisi zum Dirigenten-Jetset, gerade absolvierte er sein USA-Debüt beim New York Philharmonic Orchestra, auch die Metropolitan Opera hat ihn verpflichtet. Seinen Chefposten beim Orchestre de la Suisse Romande wird er wegen der Berliner Verpflichtungen nicht über 2002 hinaus verlängern, in Leipzig läuft sein Vertrag bis 2004. Seine erste Chef-Arbeit in Berlin wird 2001 eine szenische Version des Verdi-Requiems in der Regie von Achim Freyer sein.

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