Kultur : Furtwängler bat 1944 um Schweizer Asyl

-

Der wegen seiner Nähe zum Nationalsozialismus umstrittene Dirigent Wilhelm Furtwängler hat nach Erkenntnissen des Schweizer Historikers Alexis Schwarzenbach im Herbst 1944 in der Schweiz politisches Asyl beantragt. Das berichtet die Wochenzeitung „Die Zeit“ in ihrer heutigen Ausgabe. Furtwängler habe sich dabei auf seine Gefährdung durch regimekritische Äußerungen im Freundeskreis berufen. Schwarzenbach beruft sich in seinem Bericht auf erst jetzt aufgetauchte Akten der Fremdenpolizei Bern. Danach habe der Dirigent während eines Gastspiels Ende September 1944 bei den Behörden Erkundigungen über seine Möglichkeiten zur Immigration eingezogen. Dabei habe er auf seine „apolitische Haltung“ und sein Eintreten für jüdische Musiker und Komponisten gegenüber den nationalsozialistischen Machthabern hingewiesen. Im Februar 1945 wurde der förmliche Asylantrag abgelehnt. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar