Kultur : Gänsehaut im Kino

Sabine Seidel (31), Kulturwissenschaftlerin

Sabine Seidel
Als kleines Mädchen ging Sabine Seidel immer an Heiligabend ins Kino. -Foto: Wolff

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SABINE SEIDEL (31),

Kulturwissenschaftlerin

Wenn im Kino das Licht ausgeht, der Vorhang sich öffnet, bekomme ich Gänsehaut. Noch immer, obwohl ich schon als kleines Mädchen ins Kino gegangen bin. Damals wurden wir Kinder an Heiligabend dorthin geschickt, in die Nachmittagsvorstellung um 16 Uhr. So konnte das Christkind zu Hause in Ruhe Geschenke hinterlegen. Zu sehen gab es meistens Märchenfilme.

Heute ist ein Film für mich dann gut, wenn er etwas in mir berührt. „Der fremde Sohn“ mit Angelina Jolie war erst kürzlich so ein Fall. An diese, auf Tatsachen beruhende Geschichte, habe ich noch Tage später denken müssen. Wenn ein Film richtig gut ist, dann kann man alles um einen herum vergessen. Manche Geschichten sind so beeindruckend, dass die Zuschauer auch beim Abspann noch ruhig sitzen bleiben. Ich mache das sowieso meistens, für mich gehört auch ein Abspann irgendwie zum Gesamtwerk dazu. Die Filme im Forum zu sehen ist auch besonders deshalb spannend, weil ja bei ihnen, anders als bei den Wettbewerbsfilmen, nicht klar ist, ob sie je regulär im Kino zu sehen sein werden. Die Berlinale ist da eine einmalige Chance.

Aufgezeichnet von Katja Reimann

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