Kultur : Galas, Gold und Rosakinder

Die SPECIALS, die neue Reihe NATIVE mit indigenen Filmen, KULINARISCHES KINO und ein EHRENBÄR für Claude Lanzmann.

Gala-Fieber im Friedrichstadt-Palast, Talkrunden im Haus der Berliner Festspiele: In der Reihe Specials werden Stars und Politprominenz erwartet, darunter die Crew von Tom Hoopers Musical-Verfilmung Les Misérables mit Hugh Jackman, Russell Crowe, Anne Hathaway und vielen anderen sowie Michael Winterbottoms The Look of Love mit Steve Coogan, die wilde Story des Londoner Club-Besitzers Paul Raymond. Weltpremiere feiern die Paralympics-Doku „Gold – Du kannst mehr als du denkst“ und Niko von Glasows persönliche Paralympics-Story „Mein Weg nach Olympia“. Am 2012 erfolgreich eingeführten neuen Festivalort in der Schaperstraße wird Ken Loach über seine Brit-Polit-Doku The Spirit of 45 diskutieren, Raoul Peck bringt seinen Haiti-Dokumentarfilm Assistance Mortelle mit, und Jane Campion zeigt ihre TV-Erfolgsserie Top of the Lake mit Holly Hunter, Peter Mullan und Elizabeth Moss, der tollen Sekretärin aus „Mad Men“. Ebenfalls ein Special: drei neue Folgen von Hans-Georg Ullrichs und Detlef Gumms Langzeitbeobachtung Berlin Ecke Bundesplatz, mit der am 9.2. im Bundesplatzkino „Berlinale Goes Kiez“ eröffnet wird (siehe Seite 26).

Neu in diesem Jahr: die Reihe Native – A Journey into Indigenous Cinema. 24 filmische Erzählungen indigener Völker aus Ozeanien, Australien, Nordamerika und der Arktis, Kurz-, Dok- und Spielfilme von den Sechzigern bis heute (HKW, Haus der Berliner Festspiele). Selbstkritische Maori-Männer, L.A.-Partys mit Native Americans, Roadmovies im Outback, Märchen und Hip-Hop-Partys der Inuit ... – auch dazu gibt es Talks.

Das 7. Kulinarische Kino (10. bis 15.2.) trägt das Motto Dig Your Food – Vom Garten auf die Gabel: 16 Filme im Kino des Martin-Gropius-Baus, davon fünf mit Sternekoch-Dinner im Spiegelzelt (Nils Henkel, Michael Hoffmann, Kolja Kleeberg, Hendrik Otto – und Tim Raue kocht indisch). Menü-Vorlage für diese 19.30-Uhr-Filme ist u.a. die Hollywoodkomödie Willkommen, Mr. Chance mit Peter Sellers als Gärtner. Stefano Sardo lässt in Slow Food Story die Geschichte der Slow-Food-Bewegung Revue passieren, die Doku Red Obsession zeigt, wie beliebt Bordeaux-Weine bei Chinesen sind. L’Amour des Moules erzählt vom Liebesleben der Muscheln und von der Liebe der Menschen zu den Muscheln. Politischer wird es ab 22 Uhr: Die Filme der Spätschiene porträtieren Anti-Gen-Food-Aktivisten (GMO OMG), eine 12-jährige Arbeiterin in Chinas Reisterrassen (The Rice Paddy) und einen britischen Milchbauern, der auf Bio umstellt (The Moo Man).

Der französische Dokumentarist Claude Lanzmann wird am 14.2. mit dem Ehrenbär ausgezeichnet (22 Uhr, Berlinale-Palast), zu sehen ist sein Sobibor von 2001. Als Hommage wird sein Gesamtwerk präsentiert, darunter der neuneinhalbstündige Shoah und der fünfstündige Tsahal (Cinemaxx 8, Zeughaus). Mit Berlinale-Kameras werden Isabella Rossellini und der Berliner Filmemacher Rosa von Praunheim geehrt. Rossellini am 9.2. (21.30 Uhr,Delphi), das Forum Expanded zeigt ihre Regiearbeit Mammas. Praunheim am 13.2. (22.30 Uhr, International), dazu gibt’s die Doku Rosakinder.

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