Galerie Friedmann-Hahn : Anne Leone und Daniel Ludwig zeigen neue Werke

Bei ihr tanzt die Farbe, bei ihm tobt sie: Das Künstlerpaar Anne Leone und Daniel Ludwig zeigt neue Werke in der Galerie Friedmann-Hahn.

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Die Farbe tanzt in Anne Leons Bilder: Wie hier in "Five Swimmers" aus der Cenote Series, gemalt mit Acryl auf Leinwand.
Die Farbe tanzt in Anne Leons Bilder: Wie hier in "Five Swimmers" aus der Cenote Series, gemalt mit Acryl auf Leinwand.Foto: Galerie Friedmann-Hahn

Figur oder Abstraktion? Für die Maler Anne Leone und Daniel Ludwig ist das keine Frage des künstlerischen Gewissens, sondern eine der Komposition. Das Paar aus New York, das aktuell in der Galerie Friedmann-Hahn ausstellt, arbeitet zwar nicht zusammen. Aber es manifestiert sich ein gemeinsames Prinzip: Die Farbe befreit sich stellenweise, sie tanzt über die Leinwände, bildet wie bei Leone Schlieren oder tobt sich bei Ludwig in den Binnenstrukturen seiner Figuren aus. Den Rahmen aber spannt ein narratives Arrangement.

Bei der 1960 geborenen Künstlerin sind es alltägliche Schwimmszenen. Ihre besondere Perspektive gewinnen sie durch den Blick, den die Künstlerin auf das Geschehen wirft. Leone taucht mit einer kleinen Kamera und lichtet kopflose, schwerelose Körper im Wasser ab. Diesen Eindruck überträgt sie nahezu fotorealistisch auf große Formate, die einen gleichsam unter Wasser holen. Man sieht Badehosen, Streifenbikinis und verkürzte Leiber, die das Wasser bewegen. Seine Strudel werden zu abstrakten Flächen, in denen die Farbe verwirbelt wie auf Pop-Art-Gemälden. Leones Werke sind eine kluge Reflexion über den Widerstreit der beiden malerischen Strömungen und wagen sich weiter vor als Ludwigs klassische Frauenbildnisse. Wobei die Farbe auch in seinem Werk die Silhouetten zerstört, indem sie über die Haut in die Landschaft kriecht. Dennoch fällt gerade im Vergleich des Paares auf, wie stark Ludwig dem frontalen Blick auf die Motive verhaftet bleibt. Seine Position macht den Maler zum auktorialen Erzähler, der über alles Bescheid weiß. Leone dagegen lässt sich im Wortsinn treiben und kommt im Moment des Kontrollverlustes zu überraschenden Einsichten.

Galerie Friedmann-Hahn, Wielandstr. 14; bis 29.10., Di-Fr 12-19 Uhr, Sa 11-16 Uhr

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