Gallery Weekend Berlin : Wohin beim 13. Gallery Weekend?

Das Gallery Weekend verwandelt ganz Berlin in eine große Ausstellung. Ein Wochenende lang stehen die Türen der Galerien offen. Hier unsere Tipps.

Blick in die Ausstellung von Michel Majerus (Galerie Neugerriemschneider)
Blick in die Ausstellung von Michel Majerus (Galerie Neugerriemschneider)Foto: Jens Ziehe

Mit 47 Galerien, die offiziell teilnehmen und gemeinsam eröffnen, hat sich das Gallery Weekend dieses Jahr leicht verschlankt. Dennoch locken zahlreiche Ausstellungen von Fotopionieren wie Jürgen Klauke in der Galerie Baudach über den spanischen Altmeister Antoni Tàpies in der Galerie Michael Haas bis hin zu Michel Majerus, dessen Karriere 2002 jäh unterbrochen wurde, als der Maler aus Luxemburg mit 35 Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Die Galerie Neugerriemschneider, arbeitete damals schon mit Majerus zusammen und zeigt sein Werk nun groß in der Galerie (Linienstr. 155).

Als weitere Highlights sind zu empfehlen:

Galerie Michael Fuchs

Die amerikanische Künstlerin Roni Horn hat angefangen und 2005 eine ganze Porträtserie mit der Schauspielerin Isabelle Huppert geknipst, die schon in mehreren Museen zu sehen war. Galerist Michael Fuchs hat namhafte Künstler wie Douglas Gordon, Oda Jaune und Christian Jankowski gebeten, sich ebenfalls ein Bild von dem Star zu machen und nennt die Ausstellung "Behind the Screen - An Art Tribute to Isabelle Huppert". Der Star aus Frankreich kommt zur Eröffnung (Auguststr. 11-13)

Roni Horn: Portrait of an Image (with Isabelle Huppert), Detail
Roni Horn: Portrait of an Image (with Isabelle Huppert), DetailFoto: Michael Fuchs Galerie

Blain Southern

22 Meter lang ist das Gemälde "Zeitlaich" von Jonas Burgert. Der Berliner Maler hat hier sein ganzes surreales Arsenal an Figuren versammelt, mit dem er bekannt geworden ist. Gestalten, die Träumen und dem Unterbewussten entstiegen scheinen. Es gibt Tiere und seltsam verschachtelte Räume. Auch auf den anderen Bildern spielt sich Unheimliches ab. Es genügt, dass eine der exotischen Gestalten den Betrachter direkt anschaut - schon fühlt man sich beobachtet und mit in eine andere Welt genommen (Potsdamer Str. 77-87).


FS ART

Viele andere Galerien passen ihre Zeiten an, bleiben am Freitag ebenfalls länger offen und sind Samstag und Sonntag genau wie die Weekend-Teilnehmer geöffnet. Auf keinen Fall verpassen sollte man den Auftritt des Niederländer Herman de Vries in den Räumen von FS Art (Potsdamer Str. 102); „From Zero to Zero“ heißt die Ausstellung des Künstlers, der Blätter und Erden sammelt und daraus hoch poetische Arbeiten macht. 2015 war er im Pavillon seines Landes auf der Biennale von Venedig vertreten.

Isabella Czarnwoska

Ory Dessau, ein international tätiger Kurator, hat in der Galerie von Isabella Czarnowska, (Rudi-Dutschke-Str. 26) eine Ausstellung mit Arbeiten von Carla Arocha, Stéphane Schraenen und Markus Döbeli inszeniert, die bloß an den drei Weekend-Tagen zu sehen ist. "Restlessness" ist ein vertracktes Wortspiel und der Titel ähnlich hintergründig wie die Arbeiten der drei ausgewählten Künstler.

Galerie Tammen

Einen Kontrapunkt bildet Anke Eilergerhard in der Galerie Tammen & Partner (Hedemannstr. 14). Optisch anziehend waren ihre poppig bunten Plastiken aus Silikon immer schon - nun gibt es Exemplare aus Porzellan und dem Lieblingsmaterial der Berliner Bildhauerin. Eilergerhard hat ein großes Projekt mit dem luxuriösen Modelabel Fendi realisiert. Ihr Galerist Werner Tammen zeigt das Ergebnis nun in Berlin.

Anke Eilergerhard: "Anna Ginzaland", 2016
Anke Eilergerhard: "Anna Ginzaland", 2016Foto: Galerie Tammen & Partner

Galerienhaus Berlin

Das Galerienhaus (Lindenstraße 34/36) nutzt nach einigen Um- und Wegzügen das Wochenende, um sich neu aufzustellen. Der Kurator Erno Vroonen bietet am Samstag von 12 bis 15 Uhr Touren durch sämtliche Ausstellungen etwa von Ariel Schlesinger (Galerija Gregor Podnar), Spencer Finch (Galerie Nordenhake) oder Royden Rabinowitch und Matan Mittwoch (Grundermark Nilsson Gallery)., die beide auf unterschiedliche Art nicht sichtbare Phänomene der Wissenschaft in ihrer Kunst umsetzen - der eine in kegelförmigen Skulpturen, der andere mit monumentalen Prints abstrakter Fotografien. Zusätzlich finden am 29.4. mehrere Artist Talks im Haus statt, darunter mit dem Direktor des Moderna Museet in Stockholm, Daniel Birnbaum. Von 12 bis18 Uhr gibt es außerdem eine Performance von Robert Kusmirwoski in der Galerie Zak/Branicka.

Berliner Sammler im Hotel

Die Ausstellung "Proud Collector – Resprit Berlin" räumt mit dem Vorurteil auf, Berlin habe keine Sammler. Sie ziehen übers Wochenende mit ihren Schätzen in das Grand Berlin (Hirtenstr. 4) und gestatten am 28.4. von 18–3 Uhr und am 29.4. von 14–3 Uhr einen Blick auf ihre Privatsammlungen.

Die Messe: Paper Positions

Kaufen kann man Kunst während des Weekends auch im Bikini Haus - auf der Kunstmesse Paper Positions (Budapester Str. 38 – 50), die das Gallery Weekend vergangenes Jahr noch als reine Ausstellung zum Thema Papier flankierte. Nun zeigen hier 30 internationale Galerien Arbeiten in allen Formaten: von der zarten Zeichnung bis zur ungewöhnlichen Skulptur aus gerissenen Seiten.

Die Öffnungszeiten der teilnehmenden Galerien sind Freitag, 28.4., 18 bis 21 Uhr, Samstag und Sonntag jeweils 11 bis 19 Uhr.

Weitere Infos: www.gallery-weekend-berlin.de

und: www. paperpositions.com

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