Kultur : Gauß oder Heine: Wer soll in die Walhalla?

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Um die neue Büste für den Ruhmestempel Walhalla hat sich ein Streit entzündet. Während die Bayerische Akademie der Wissenschaften den Mathematiker und Astronomen Carl Friedrich Gauß empfiehlt, will die Bayerische Akademie der Schönen Künste Heinrich Heine würdigen. Zuletzt war Anfang 2003 die Widerstandskämpferin Sophie Scholl als 127. Büste in die Walhalla aufgenommen worden. Nach dem Willen des Walhalla-Gründers Ludwig I. sollen in der 1842 eröffneten Halle in der Nähe von Regensburg bedeutende Persönlichkeiten „teutscher Zunge“ zusammenkommen.

Dieter Borchmeyer, Präsident der Akademie der Schönen Künste, hat mit einem Schreiben an die Bayerische Staatskanzlei seinen Kandidaten ins Spiel gebracht. Im Gegensatz zum „neutralen“ Mathematiker Gauß habe Heine einen hohen symbolischen Wert. Der jüdische Schriftsteller, der nach Paris ausgewandert war, verspottete die Walhalla einst als „marmorne Schädelstätte“. Der 150. Todestag Heines in diesem Jahr sei ein Anlass für eine Büstenaufstellung. Zudem habe Jörg Immendorff aus Heines Geburtsort Düsseldorf bereits zugesagt, eine Plastik des Dichters zu schaffen.

Eigentlich ist die Bayerische Akademie der Wissenschaften für die Empfehlung zuständig, die dann vom Wissenschaftsministerium an das Kabinett übermittelt und auch so beschlossen wird. Das Gremium hatte zu Beginn des Jahres den Naturwissenschaftler Gauß (1777–1855) auserkoren. dpa

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