Kultur : Gebt mit viele Schäferspiele!

Jörg Königsdorf

kämpft für die Barockopernpflege in Potsdam Vor knapp zwei Wochen wurde eine der wichtigsten und erfolgreichsten Initiativen der berlin-brandenburgischen Kulturszene für beendet erklärt – ohne, dass irgendjemand daran Anstoß genommen hätte. Die Rede ist von den Barockopern-Produktionen im Neuen Palais Potsdam, die immer wieder Kostbarkeiten aus dem Repertoire des 18. Jahrhunderts zu Tage förderten und damit eine wichtige Ergänzung zum Spielplan der Berliner Opern bildeten. Doch mit der Schatzgräberei soll nun Schluss sein: Der neue Potsdamer Intendant Uwe Eric Laufenberg hat andere Prioritäten, was sein gutes Recht ist. Immerhin gibt es zum Abschluss dieser Ära noch ein rauschendes Fest: Bei den Musikfestspielen Potsdam geben sich zum Jubiläum „50 Jahre Festspiele in Sanssouci“ in diesem Jahr die Stars der Alten Musik sozusagen die Gambe in die Hand. Schon das Eröffnungskonzert am Freitag in der Friedenskirche ist mit der italienischen Virtuosentruppe Sonatori de la gioiosa marca prominent besetzt. Tags drauf kommt Philippe Herreweghe mit seinem fabelhaften Collegium Vocale Gent in den Nikolaisaal , im Rahmen der bis zum 20. Juni dauernden Festspiele treten unter anderem noch Jordi Savall (11.6.) und Rinaldo Alessandrini (19.6.) auf.

Im Zentrum steht freilich die Opernpremiere im Schlosstheater im Neuen Palais (16.6.). Dass sie mit „La fida ninfa“ einem Werk Antonio Vivaldis gewidmet ist, zeigt noch einmal exemplarisch die Bedeutung der Potsdamer Barocksparte: Die Wiederentdeckung des Opernkomponisten Vivaldi ist derzeit einer der wichtigsten Trends der Alten Musik – und so etwas war im Umkreis Berlins bislang eben nur in Potsdam zu erleben.

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