GEGEN RASSISMUS UND GEWALTTrommelzug durch Neukölln : Ein Kiez schlägt zurück

Abd-Allah Hobein

Als ich das Klassenzimmer des Trommelkurses betrete, höre ich das dröhnende Lärmen mehrerer Trommeln. Es ist so laut, dass mich keiner bemerkt. Also setze ich mich erst einmal hin und beobachte den Kurs. Die Schüler der Richard-Grundschule proben gerade für eine Aufführung gegen Rassismus und Gewalt in Neukölln, an der Schüler von der vierten bis zur sechsten Klasse teilnehmen werden. Der Musiker Valéry Thérésin gibt den Takt vor, und die Kinder wiederholen ihn. Ab und zu korrigiert er seine Schüler, wenn sie nicht im Rhythmus sind. Insgesamt werden 300 Schüler aus vier verschiedenen Schulen am Trommelumzug teilnehmen.

Über Neukölln hört man oft Nachrichten, die mit Gewalt an den Schulen zu tun haben. Genau deshalb wollen uns Schüler, die hier leben, beweisen, dass ihr Bezirk auch gute Seiten hat. Diese werden jedoch durch täglich neue Schlagzeilen überschattet. So entsteht das Vorurteil, dass Neukölln von Hass und Gewalt geprägt ist. Das Trommelprojekt hilft den Kindern mit Stress oder Aggressionen besser klarzukommen.

Die Schüler kommen insgesamt aus zehn verschiedenen Klassen und üben auch nach der Schule freiwillig. Seit einem Jahr probt der Trommelkurs für sein großes Musikevent unter der Leitung des Workshopleiters Valéry Thérésin. Am 5. Juli findet zwischen 9 und 11 Uhr auf dem Hof der Richard- Grundschule eine Generalprobe statt. Abd-Allah Hobein

Löwenzahn-Grundschule, Dory-

straße 3, Neukölln (Start und Ziel),

13-14 Uhr. Anschließend: Kiezfest um den Richardplatz. Abd-Allah Hobein

ist 15 Jahre alt und lebt in Wedding.

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