Kultur : Geheimauftrag Madrid

Steffen Richter

findet eine spanische Leiche Ein Finanzmagnat stiftet einen opulent ausgestatteten Literaturpreis. Doch als der Preis verliehen werden soll, wird der Stifter tot aufgefunden. Strychnin. Und alle anwesenden Schriftsteller haben ein Motiv... Die Geschichte stammt Vázquez Montalbán, dem das Instituto Cervantes eine originelle Hommage widmet. Autoren aus 14 europäischen Ländern schreiben eine Krimikurzgeschichte, ausgehend vom Pepe-Carvalho-Roman „Undercover in Madrid“ (1996). Morgen macht der Krimiautor Eduardo Mendoza im Café Eggers & Landwehr (Rosa-Luxemburg-Str. 17, 20 Uhr) mit einem Text seines Freundes und Kollegen den Auftakt.

Mit einer dezent gewebten Kriminalstruktur hat Philippe Claudel im vergangenen Jahr sogar den renommierten französischen Prix Renaudot gewonnen. In „Die grauen Seelen“ (Rowohlt) wird an einem klirrend kalten Dezembertag des Jahres 1917 in der nordostfranzösischen Provinz die Leiche eines kleinen Mädchens gefunden. Zwanzig Jahre später rekonstruiert ein Polizist den Fall. Es bleibt nicht bei einer Toten. Hinter den Hügeln beginnt die Front des Ersten Weltkriegs. Und keiner ist frei von Schuld. Philippe Claudel liest am 17.11. ins Literaturhaus (20 Uhr).

Wer noch Zweifel am universalen Charakter des Krimis hat, sollte heute in die Alte Dorfkirche Zehlendorf (Clayallee/Ecke Potsdamer, 20 Uhr) kommen. Dort stellt der Chinese Qui Xiaolong seinen zweiten Kommissar-Chen-Roman „Die Frau mit dem roten Herzen“ vor (Zsolnay). Darin geht es um einen Triadenmord und eine verschollene Kulturrevolutionärin. Den deutschen Text liest der Leipziger „Tatort“-Ermittler Peter Sodann . Und wie so oft im Krimi geht es nicht nur um Schuld. Krimis sind etwas wie eine Lingua Franca. Die Sprache dieses globalen Genres versteht jeder.

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