Geld veruntreut : Kulturmäzen Alberto Vilar drohen 20 Jahre Haft

Es ist das traurige Ende einer Legende: Mehrere Millionen Dollar soll der Kulturmäzen Alberto Vilar veruntreut haben. Am Mittwoch wurde der wohl bedeutendste Geldgeber der Opernwelt von einem Geschworenengericht in New York schuldig gesprochen. Nun drohen dem 67-jährigen, in Kuba geborenen Investor bis zu 20 Jahre Haft.

Tatsächlich deutete sich das Aus für seine glanzvolle Karriere bereits vor drei Jahren an. Damals zeigte ihn eine Unternehmenskundin an, die er um fünf Millionen Dollar betrogen haben soll, etwa um sein Luxusapartment in Manhattan abzuzahlen. Einen Teil der Summe soll Vilar, der seine Unschuld beteuert, auch für Sponsoring verwendet haben. Rund 225 Millionen Dollar soll er weltweit für Oper, Ballett und Orchester gespendet haben. Auch die Festspiele von Salzburg und Bayreuth profitierten von seiner glühenden Liebe zum Musiktheater: So finanzierte Vilar die gesamte Ausstattung eines „Tannhäuser“ auf dem Grünen Hügel.

Nur hielt der edle Spender nicht immer seine Versprechen. Nachdem er der New Yorker Met 20 Millionen Dollar zugesichert hatte, wurde ein Zuschauerrang nach ihm benannt. Doch weil Vilar sich nicht an seine Zusage hielt, ließ das Opernhaus die Namensplakette wieder abschrauben. Ähnliche Erfahrungen machten die Carnegie Hall und auch Covent Garden in London, wo der Namenszusatz „Vilar“ zur altehrwürdigen Floral Hall wieder gestrichen wurde. Dennoch trifft zu, was der Baden-Badener Intendant Andreas Mölich-Zebhauser einst sagte: „Der Mann hat in seinen guten Jahren fünfzig Prozent seines Gewinns an die Opern häuser verschenkt.“ Das dortige Festspielhaus jedenfalls hatte Vilar mit der kompletten Übernahme eines Mariinski-Gastspiels vor dem Konkurs gerettet. lwi

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