Generation 14plus : Retratos en un ...

Unsere Reporterin Friederike Sander, 16 Jahre, hat eine grausame und wundervolle Liebeserklärung an Kolumbien gesehen.

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Foto: Kai-Uwe Heinrich

Marina und ihr Cousin Jairo reisen quer durch Kolumbien, um zu einem Grundstück zu gelangen, das der Großvater ihnen vererbt hat. Aus Marinas Tagträumen erfährt der Zuschauer immer mehr über die schreckliche Vergangenheit des introvertierten Mädchens und das Schicksal ihrer Familie. Als Einziger ist ihr Jairo geblieben, der Fotograf ist und das vererbte Grundstück möglichst schnell zu Geld machen will, um eine Schönheitskönigin zu heiraten. Dabei ist er, trotz seiner unsensiblen Art, keineswegs gemein zu seiner seltsamen Cousine, und die beiden entwickeln eine ganz besondere Beziehung zueinander.

Der Regisseur Carlos Gaviria schafft es, den Zuschauer gleichzeitig mit grauenvollen Fakten und wunderschönen Bildern zu konfrontieren. Denn auch wenn Kolumbien als Präsidialrepublik gilt, sieht die politische Lage in Wirklichkeit ein ganzes Stück komplizierter aus. Das Land befindet sich seit den sechziger Jahren im Bürgerkrieg, es sind zahlreiche Menschen „verschwunden“. Sowohl das Militär als auch die vom Staat unterstützten Paramilitärs verstoßen regelmäßig gegen die Menschenrechte. Auf diese Grausamkeiten macht „Retratos en un mar de mentiras“ aufmerksam – und trotzdem ist der Film auch eine Liebeserklärung an Kolumbien.

Ich habe mir die ganze Zeit über ein Happy End für Marina und Jairo gewünscht, doch das Ende bleibt offen. Wir wissen schließlich auch nicht, was aus den ganzen anderen „Marinas“ in Kolumbien geworden ist.

Heute 15.30 Uhr (Cubix 8)

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