Kultur : Generation 14plus

„This is England“

-

Von Anna Peschke, 16 Jahre Großbritannien, 1983. Der zwölfjährige Shaun führt ein unglückliches Leben als Einzelgänger: Sein Vater ist im Falklandkrieg gefallen, von seinen Mitschülern wird er gemobbt. Als er eines Tages einer Skinheadgruppe begegnet, scheint plötzlich alles anders zu werden. Eine neue Welt tut sich auf, denn hier wird er akzeptiert. Leider merkt er nicht, wie er mehr und mehr vom rassistischen Gedankengut der Skinheads beeinflusst wird.

„This is England“ befasst sich sehr anschaulich mit dem nach wie vor hochaktuellen Thema Rassismus. Die Darsteller wirken echt in ihren Rollen, was den Film sehr lebensnah macht. Das gilt besonders für die Hauptfigur, den unglücklichen und unsicheren Shaun (Thomas Turgoose), für dessen Selbstwertgefühl es so wichtig ist, von den „Großen“ angenommen zu werden. An seinem Beispiel wird deutlich, wie einfach es sein kann, labile und am Rande stehende Menschen zu beeinflussen. Diese Gefahr zu zeigen und klarzumachen, wie leicht man in so etwas hineinrutschen kann – darin liegt das Hauptanliegen des Regisseurs Shane Meadows. Da die Hauptfigur erst zwölf Jahre alt ist, denke ich, dass auch jüngere Jugendliche sich angesprochen fühlen und einen Einblick in die Skinheadszene erhalten.

„This is England“ stimmt sehr nachdenklich. Es wird einem die Brutalität, die mit dieser Szene einhergeht, vor Augen gehalten und andererseits gezeigt, dass jeder Einzelne ein Mensch mit bestimmten Beweggründen und einer eigenen Lebensgeschichte ist. Es gibt viele schöne und rührende, aber auch schockierende Momente in diesem Film. Auf jeden Fall sehr zu empfehlen!

Heute 11 Uhr (Zoo-Palast), 18. 2. 18 Uhr (Colosseum 1)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben