Generation Kplus : Ein neues Leben

Unsere Kinderreporterin Bengisu Köse, 12 Jahre, findet den Film "Ein neues Leben" schön, aber für Kinder viel zu traurig.

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Foto: Kai-Uwe Heinrich

Im ersten Augenblick singt Jinhee ihrem Vater noch ein Lied vor, im nächsten sitzt sie alleine im Waisenhaus und versteht die Welt nicht mehr. Die anderen Kinder versuchen ihr zu erklären, dass ihr Vater nicht wiederkommen wird. Aber Jinhee glaubt fest an ihren Vater und an sein Versprechen, mit ihr auf Reisen zu gehen.

Im Waisenhaus lernt sie Sookhee kennen, die beiden schließen Freundschaft. Sookhee möchte von Amerikanern adoptiert werden und fragt Jinhee, ob sie mitkommen will. Jinhee willigt ein, aber dann wird nur Sookhee abgeholt, und Jinhee bleibt wieder allein zurück.

Man sieht, wie verzweifelt sie ist und dass sie am liebsten sterben möchte. Die Nonnen im Waisenhaus sagen den Kindern, sie müssen dankbar sein für die Geschenke, die sie bekommen. Aber Jinhee kann gar nicht dankbar sein, weil sie viel zu traurig ist. Und sie ist so wütend, dass sie zwei der geschenkten Puppen zerfetzt. Bei dieser Szene haben die Kinder im Zoo-Palast geklatscht, weil Jinhee endlich mal ihre Wut rausließ.

Es war sehr traurig zu sehen, wie es manchen Kindern im Waisenhaus geht und wie schlimm es ist, von seinen Eltern verlassen zu werden. Es ist kaum zu glauben, dass die Regisseurin Ounie Lecomte selbst mit neun Jahren in Korea ins Waisenhaus kam und von Franzosen adoptiert wurde.

Ich finde „Ein neues Leben“ schön, aber nicht passend für Kinder, weil viele Kinder ihn gar nicht verstehen können. Sie würden ihn langweilig oder viel zu traurig finden. Kinderfilme sollten wenigstens eine Stelle haben, wo das Ganze etwas aufgelockert wird. Ich kann diesen Film Erwachsenen und Kindern ab zwölf, die sich gern mit ernsten Themen beschäftigen, empfehlen.

Heute 16 Uhr (Filmtheater am Friedrichshain), 21. 2., 14 Uhr (Cinemaxx 3)

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