• Genforschung: Materialquelle. Wie die Stammzellenforschung die Medizin revolutionieren könnte

Kultur : Genforschung: Materialquelle. Wie die Stammzellenforschung die Medizin revolutionieren könnte

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Adulte Stammzellen. Die meisten Zellen in unserem Körper sind Spezialisten - Leberzellen bauen Giftstoffe ab, Blutkörperchen transportieren Sauerstoff. Es gibt aber Zellen im Körper, die nicht spezialisiert sind und die Fähigkeit haben, sich in spezifische Zellen, etwa Leberzellen, zu entwickeln. Sie befinden sich beispielsweise im Blut und Knochenmark. Die Forschung an diesen Zellen ist erlaubt, ja wird sogar ausdrücklich begrüßt: Diese Zellen könnten zum Beispiel einspringen, wenn unsere Leber versagt.

Zum Thema Online Spezial: Die Debatte um die Gentechnik Embryonale Stammzellen dagegen sind rechtlich umstritten. Da ein Embryo sich noch nicht in verschiedene Zelltypen - Leberzellen, Blutzellen - differenzieren muss, könnte man auch embryonale Zellen zu therapeutischen Zwecken einsetzen. In Deutschland verbietet dies das Embryonenschutzgesetz aus dem Jahr 1991. Demnach dürfen Embryonen nur mit Ziel der Einnistung in die Gebärmutter hergestellt werden - also nicht zu Forschungszwecken. Genau das haben US-Forscher nun offenbar getan; in den USA ist dies allerdings auch nicht verboten.

"Totipotente" versus "pluripotente" Stammzellen. Auch in Deutschland ist die Forschung an embryonalen Stammzellen nicht vollkommen verboten. Obwohl Embryonen nicht gezielt zu Forschungszwecken hergestellt werden dürfen, können bestimmte Embryonalzellen aus dem Ausland importiert werden. Das betrifft solche Zellen, aus denen durch Zellteilung und -differenzierung kein vollständiger Mensch mehr werden könnte. Man bezeichnet diese Zellen als "pluripotent". Sie besitzen zwar noch das Potenzial, sich in Muskel-, Nerven- oder Blutzellen zu entwickeln. Ein ganzer Mensch aber - wie aus den "totipotenten" Zellen von Embryonen in einem sehr frühen Entwicklungsstadium - kann aus ihnen nicht mehr entstehen. Pluripotente Stammzellen lassen sich auch aus abgetriebenen Föten gewinnen. Mit diesen "fetalen Stammzellen" darf in Deutschland ebenfalls geforscht werden.

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