Kultur : „Genie und Trottel“: Abschied von Riefenstahl

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Leni Riefenstahls Tod hat auch im Ausland ein breites und zwiespältiges Echo ausgelöst. Die „New York Times“ schrieb in ihrem Nachruf, ihre „revolutionäre Filmtechnik hat Generationen von Dokumentarfilmern tief beeinflusst“, die Regisseurin sei aber eine „erklärte NaziSympathisantin“ gewesen. „Keine Nachsicht ist erlaubt“, befand „Libération“ (Paris). „Riefenstahl war die Muse des Nazismus, der Star der national-sozialistischen Inszenierung.“ Der „Daily Telegraph“ (London) betonte, Riefenstahl sei „die begabteste Filmemacherin des 20. Jahrhunderts“ gewesen. „Ihre Verherrlichung von Nazi-Deutschland hat dafür gesorgt, dass sie zugleich auch berüchtigt war.“ Und die „Times“ zitierte den Filmhistoriker Liam O’ Neary: „Sie war ein künstlerisches Genie und ein politischer Trottel.“ Riefenstahls Leichnam wird am Freitag auf dem Münchner Ostfriedhof eingeäschert. Einen Gottesdienst soll es nicht geben. Auch ein Pfarrer werde voraussichtlich nicht zur Trauerfeier sprechen, sagte der Leiter der Friedhofsverwaltung.Tsp

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