Kultur : Gentechnik: Längeres Leben und Reichtum. Warum Norwegen ganz vorne liegt

Torsten Hampel

Auf der UN-Rangliste zur "menschlichen Entwicklung" 2001 liegt das Land Norwegen an erster Stelle. Es hat wegen der gestiegenen Lebenserwartung seiner Bewohner und einer hohen Pro-Kopf-Kaufkraft Kanada abgelöst, das die nach dem "Human Development Index" erhobene Rangliste in den vergangenen sechs Jahren anführte. Kanada liegt nun hinter Australien auf Rang drei. Deutschland fiel vom 14. Platz im Vorjahr auf den 17. zurück, obwohl sich die Lebensumstände kaum verändert haben. Allerdings haben sich die Werte anderer Länder verbessert, zum Beispiel sind Dänemark und Österreich an Deutschland vorbeigezogen.

Vom führenden Norweger unterscheidet den Durchschnittsdeutschen sein geringeres Einkommen; außerdem lebt er nicht so lang (77,6 Jahre statt 78,4); die Gefahr, hierzulande lange arbeitslos zu sein, ist größer, die Schulkenntnisse sind deutlich schlechter.

Die Vereinigten Staaten erreichen den sechsten Platz, im Vorjahr war es Platz drei. Zwar haben die USA nach Luxemburg das zweithöchste Pro-Kopf-Einkommen. Bei den Einschulungsraten liegen sie aber nur auf dem 12. Rang und bei der Lebenserwartung an 24. Stelle.

Der Index gewichtet drei grundlegende Dimensionen der menschlichen Entwicklung: die Lebenserwartung, das Wissen (Alphabetisierungsgrad / Einschulungsquoten auf der einfachen, mittleren und höheren Bildungsstufe) und den Lebensstandard der Menschen. Der Index ist in den meisten Ländern in den vergangenen 25 Jahren gestiegen. In Osteuropa, der früheren Sowjetunion und vor allem in Afrika sinkt er jedoch. Hier macht sich neben der andauernden wirtschaftlichen Stagnation die Aids-Epidemie bemerkbar, die die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen deutlich senkt. Im westafrikanischen Sierra Leone beträgt sie 38 Jahre. Es rangiert auf der Liste ganz hinten. Die Länder, die die 28 letzten Plätze in der Rangliste einnehmen, liegen alle in Afrika.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben