Kultur : Gentechnik: Nobelpreis für einen Molch

bas

1902: Die Geschichte des Klonens beginnt in Deutschland. Durch "Embryosplitting" (Aufteilung) klont der Freiburger Zoologe Hans Spemann einen Molch aus einer Embryozelle. 1935 bekommt er den Nobelpreis.

1952: US-Forscher übertragen das Erbgut von Froschembryonen in zuvor genetisch "geleerte" Eizellen. Sie stellen fest: Je älter die Spenderzellen, um so schwieriger das Klonen. Bis heute bleibt das Problem, die "Uhr" des erwachsenen und somit gealterten Spendererbgutes zurückzudrehen, ein Kernproblem des Klonens.

1966: Der britische Forscher John Gurdon schafft den Durchbruch und transplantiert das Erbgut aus den Hautzellen von erwachsenen Krallenfröschen in Eizellen, deren eigenes Erbgut inaktiviert war. Manche Eizellen entwickeln sich zu normalen Kaulquappen - es sind die ersten Lebewesen, die aus einer Körperzelle entstehen.

1986: Der Däne Steen Willadsen klont Lämmer aus Embryonen. Allerdings wollen die Forscher mehr: Nämlich geklonte Säugetiere aus erwachsenen Körperzellen, wie es Gurdon bei Fröschen vorgemacht hatte.

1996: Das gelingt erst dem schottischen Forscher Ian Wilmut mit dem Klonschaf "Dolly". Das Schaf entstand durch Verschmelzung einer Eizelle mit einer Körperzelle - 277 Versuche waren dafür nötig.

Dezember 1997: Der US-Reproduktionsmediziner Richard Seed kündigt an, er wolle Menschen klonen. Viele halten den ehemaligen Harvard-Absolventen für verrückt.

Juli 1998: Wissenschaftler berichten im Fachblatt "Nature" über die erfolgreiche Schaffung von geklonten Mäusen. Mäuse gelten als noch schwieriger zu klonen als Menschen.

Januar 2000: Amerikanischen Wissenschaftlern ist es nach eigenen Angaben gelungen, genetisch identische Affen zu klonen.

Januar 2001: Der italienische Arzt Severino Antinori kündigt an, "vielleicht noch vor 2002" einen Menschen zu klonen.

August 2001: Das US-Repräsentantenhaus stimmt für ein vollständiges Verbot jeglicher Klonversuche am Menschen.

November 2001: Die US-Firma Advanced Cell Technology berichtet vom ersten menschlichen embryonalen Klon.

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