Kultur : Gesang der Kugeln

Elegante Action: Doug Limans „Mr. & Mrs. Smith“

Birte Hedden

John und Jane Smith haben sich nicht mehr viel zu sagen. Darin gleichen sie Millionen anderen Paaren, sagt ihr Eheberater. Und trotzdem unterscheidet sich ihre leere bürgerliche Existenz von der aller anderen: Sie ist eine perfekte Legende für zwei Auftragskiller. Nur, dass John (Brad Pitt) und Jane (Angelina Jolie) vom Doppelleben des anderen nichts wissen. Erst als sie denselben Auftrag bekommen, geraten sie sich in die Quere.

Das Szenario erinnert an John Hustons „Die Ehre der Prizzis“ (1985). Damals kämpften Jack Nicholson und Kathleen Turner gegeneinander. Ein Remake ist „Mr. & Mrs. Smith“ aber nicht. Auch nicht von Hitchcocks gleichnamiger Komödie (1941). Eine raffinierte Mischung aus beiden Stoffen vielleicht, gewürzt mit einem Quäntchen „Rosenkrieg“: So könnte man nennen, was Doug Liman in Szene gesetzt hat.

Nicht nur wegen seiner Hauptdarsteller Brad Pitt und Jolie kommt der Actionfilm optisch eindrucksvoll daher. Die Szenen sind fast schon liebevoll choreografiert – tänzerisch leicht und dann elegant am Computer nachbereitet. Die Geschichte setzt zwar auf übliche Verfolgungsjagden, Schießereien und Explosionsfeuerwerke. Auch wirken John und Jane zunächst wie die typisch hohlen Kampfmaschinen, die einander so lange bekämpfen, bis sie sich im Showdown ihrem gemeinsamen Gegner stellen. Doch die Figuren entwickeln sich – nicht auf hohem Niveau, aber immerhin: Der brutale Zweikampf entfesselt wenigstens die sexuelle Leidenschaft.

Sadomasochistisch könnte man das nennen. „Mr. & Mrs. Smith“ gewinnt daraus jedoch eine humoristische Qualität. Die lakonisch-ironische Haltung des Films zeigt sich auch in den Actionsequenzen – in Mienenspiel und Körpersprache der Protagonisten. Eine Anleihe aus asiatischen Kampffilmen, von denen sich Drehbuchautor Simon Kinberg, der bereits für „xXx 2“ die Dialoge schrieb, inspirieren ließ. Für „Mr. & Mrs. Smith“ schrieb er die Geschichte um die Actionsequenzen herum. Die Actionszenen kommen fast wie Musicalnummern daher: ein überraschend reizvoller Klang, der nachhallt.

In 25 Berliner Kinos; OV Im Cinemaxx Potsdamer Platz und Cinestar SonyCenter

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