Kultur : Geschenkideen zu Weihnachten: Formenspiel

Susanna Nieder

Was muss in eine Handtasche passen? Auf diese Frage gibt es natürlich verschiedene Antworten - Anlass, Tageszeit und Frauentyp entsprechend. Aber bei einer berufstätigen Frau liegt man sicher nicht falsch mit: Platz für eine Zeitung, Terminplaner, Geldbeutel, Handy, Kosmetikbeutel, Schlüsselbund, vielleicht ein Buch. Praktisch muss sie sein, leicht, gut aussehen und bequem am Körper unterzubringen sein. Taschen, die man immer in der Hand tragen muss, beschneiden die Bewegungsfreiheit.

Wolfgang Olbrisch, Chefdesigner des Berliner Taschenlabels "cover b", und sein Compagnon, Bernd Goebel, machen Taschen, mit denen man (und vor allem frau) elegant und optimal ausgerüstet durch den Alltag kommt. Eins ihrer schönsten Modelle (neu in diesem Herbst) steht auf einem relativ breiten Boden, von dem aus zwei großzügige Halbkreise aufeinander zulaufen. Über der Schulter hängend, sitzt die Tasche so bequem unter dem Arm, dass man sie kaum spürt. Sie ist funktional und feminin - einer jener Gegenstände, die man in die Hand nimmt und nicht mehr weglegen will.

Das Material ist wie bei allen Taschen von "cover b" durchgefärbtes Möbelleder, auf dem sich Kratzer ohne Weiteres "herausmassieren" lassen. Sie ist ausgezeichnet verarbeitet, ihr Inneres nur mit Fächern versehen, die tatsächlich gebraucht werden. Mit 750 Mark ist dieses eins der teuersten Modelle im Geschäft in der Knesebeckstraße.

Die aufs Wesentliche reduzierte Form, das durchdachte Innenleben und hohe Qualität sind Markenzeichen von "cover b". Das Sortiment umfasst derzeit etwa 30 Modelle, die Größen reichen vom geräumigen Shopper bis zur kleinen Handtasche. Dazwischen gibt es Aktentaschen mit auf Wunsch lieferbaren Fächerkombinationen, Stadtrucksäcke in verschiedenen Formen, Bodybags, Dokumentenmappen und Handtaschen für verschiedene Bedürfnisse und Anlässe.

Es ist einige Zeit vergangen, seit Olbrisch 1970 begann, Naturledergürtel mit psychedelischen Mustern zu verzieren und Hippietaschen aus vegetabil gefärbtem Leder für Einzelkunden herzustellen. Seit Anfang der 80er arbeitet er mit Goebel zusammen. Experimente mit ungewöhnlichen Formen - Dreiecken, Kreisen oder Ovalen statt Rechtecken - führten zu ausgefeilten Lösungen, Verzierungen sind praktisch weg gefallen. Die Schönheit dieser Taschen ergibt sich aus ihrer immer wieder durchdachten und verbesserten Gestalt. Nicht umsonst vergeht selten ein Jahr, in dem "cover b" die Frankfurter Designmesse "Form" ohne eine Auszeichnung verlässt.

Bei den Taschen kombiniert Olbrisch nur noch selten Schwarz mit einer leuchtenden Farbe. Bei Geldbeuteln, Kartenetuis, Brieftaschen mit vielen Fächern ist das schon eher der Fall. Unter den wenigen Dingen, die "cover b" von anderen Firmen im Laden hat, sind Schlüsselanhänger aus Metall und einem rund geschliffenen Halbedelstein, Schals und fein verarbeitete Lederhandschuhe. Die Gürtel, die es mit rund drei Dutzend verschiedenen Schnallen gibt, stammen wieder aus eigener Herstellung.

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