Kultur : Gesund und gemütlich

KUNST

Jürgen Tietz

Bauen mit Holz hat in den letzten Jahren einen wahren Boom erlebt. Das war vor 23 Jahren noch ganz anders: Als das Architektur- und Planungsbüro Archplan seine ersten Holzbauten verwirklichte, galt Bauen mit Holz in Deutschland noch als exotisch. Jetzt zeigt die Galerie suitcasearchitecture eine Auswahl der Arbeiten das Münsteraner Büros, das seit zwei Jahren auch über einen Berliner Ableger verfügt.

Ausgehend von Skandinavien und den Alpen-Ländern, hat Holz in einigen Regionen Europas inzwischen seinen traditionellen Platz unter den Baustoffen zurückerobert. Wohnlich und gesund, an vielen Orten verfügbar, nachwachsend, wiederverwendbar und vollständig abbaubar – Holz erfüllt viele Anforderungen. Wie ambitioniert Architektur mit Holz jenseits jeder Blockhausmentalität aussehen kann, haben Architekten wie Thomas Herzog deutlich gemacht, der weltweite Beachtung erfuhr mit seinem Holzdach auf der Expo Hannover 2000.

Nicht nur bei solch aufwändigen High-Tech-Konstruktionen kommt dem Holz eine wichtige Rolle zu, sondern auch bei der Aussöhnung von Regionalismus und Moderne. In solchen Sphären bewegen sich die Gebäude von Archplan jedoch leider nicht. Trotz der Vielfalt von Bauaufgaben vom Einfamilienhaus in Holz-Skelettbauweise über das Wohnhaus mit Holztafelelementen bis zu Gemeindezentrum und Kindergarten, die das Büro verwirklicht hat, verkörpern ihre Projekte eher das Schwarzbrot der Holzarchitektur. So bleiben sie trotz des großen Potenzials, das im Baumaterial Holz steckt, zumeist – hölzern. (Galerie suitcasearchitecture, Choriner Straße 54, bis 4. Dezember.)

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