Kultur : Gewählt: Jiri Grusa ist neuer PEN-Präsident

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Der tschechische Schriftsteller Jiri Grusa ist am Donnerstag zum neuen Präsidenten des internationalen PEN gewählt worden. Der 65Jährige tritt die Nachfolge des Mexikaners Homero Aridjis an; bei der wegen ihres Verfahrens kontrovers diskutierten Abstimmung auf dem PEN-Weltkongress in Mexiko-Stadt erhielt Grusa 54 Ja-Stimmen bei 7 Gegenstimmen und 12 Enthaltungen. Er hatte keinen Gegenkandidaten.

Der am 10. November 1938 im böhmischen Parduci geborene Autor wurde im Zusammehang mit seinem Roman „Der Fragebogen“ (1978) inhaftiert und als Mitunterzeichner der „Charta 77“ vom kommunistischen Regime verfolgt und 1981 ausgebürgert. Nach der Wende wurde Grusa tschechischer Botschafter in Bonn. 1997 war er kurz Minister für Schule, Jugend und Sport, ab 1998 Botschafter in Österreich. Zu seinen auf Deutsch erschienenen Werken zählt auch „Gebrauchsanweisung für Tschechien“ (Piper). Als eines seiner wichtigsten Ziele nannte der neue Präsident eine Reform der Organisationsstruktur. Er wolle außerdem die Kooperation mit den „Zentren der Literalität“ verstärken und die Kommunikation zwischen den weltweit 134 PEN-Zentren modernisieren. Die Zentren setzen sich vor allem für verfolgte Schriftsteller ein. dpa/Tsp

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