Kultur : Giuseppe Sinopoli: "Wir heulen hier alle" - Stimmen zum Tod des Dirigenten

"Eine grauenvolle Tragödie" nennt Dirigent Christian Thielemann Sinopolis plötzlichen Tod: "Wir heulen alle hier", so der Generalmusikdirektor der Deutschen Oper. Thielemann widerspricht Sinopolis Ruf als "Intellektueller am Dirigentenpult". "Er balancierte alles wunderbar aus, war ein einfühlsamer musikalischer Begleiter und ein harter Arbeiter." Daniel Barenboims Staatsoper wollte Sinopoli mit einer Schweigeminute vor ihrer "Fidelio"-Aufführung am Samstag würdigen, auch Berlins Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen und Kultursenator Christoph Stölzl äußerten sich bestürzt. Für die Dresdner Semperoper ist der Tod des Chefdirigenten ein "Schicksalsschlag". "Sinopoli hat etwas erreicht, was heutzutage selten ist: eine Symbiose zwischen Orchester und Dirigent", so Intendant Christoph Albrecht. Die Suche nach einem Nachfolger werde schwierig sein. Wolfgang Wagner, Leiter der Bayreuther Festspiele, würdigte Sinopoli als "eine der ernsthaftesten und scharfsinnigsten Künstlerpersönlichkeiten". Auch hier reißt sein Tod eine empfindliche Lücke: In 15 Spielzeiten leitete er 93 Aufführungen, auch im Sommer stand er wieder auf dem Spielplan. In Wien sprach Staatsoperndirektor Ioan Holender von "einem ganz großen Verlust für die Staatsoper und für mich persönlich". Vor der "Don Carlos"-Aufführung sollte am Abend Mozarts "Maurerische Trauermusik" erklingen.

Trauer auch in Italien: "Ich habe einen Freund verloren. Die Scala, Italien und die ganze Welt haben einen großen Künstler verloren", so der Dirigent Riccardo Muti. Italiens Regierungschef Giuliano Amato unterstrich Sinopolis großes Einfühlungsvermögen.

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