Kultur : Glanz, Glamour und mehr Geld

Die Berliner Festwochen präsentieren ihr Programm

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Die Laune lässt er sich nicht verderben: Nachdem Kulturstaatsministerin Christina Weiss von den am 18. September beginnenden Berliner Festwochen mehr Glanz und Glamour aus dem „HighClass-Bereich“ gefordert hatte, reagierte Joachim Sartorius auf seiner Pressekonferenz gestern gelassen. Wenn er Christina Weiss richtig interpretiere, so der Intendant der Festspiele, denke sie angesichts des Hauses an der Schaperstraße mit seinen 1000 Plätzen wohl eher an repräsentative Gastspiele – und nicht an die „große Abendrobe“ oder an Stars der alten Festwochen wie Anne-Sophie Mutter. Er habe nichts gegen „High-Class-Events“. Solche verlangten jedoch eine ganz andere finanzielle Ausstattung. Das Wichtigste sei für ihn ohnehin, dass die Ministerin eine Aufstockung der Mittel in Aussicht gestellt habe, betonte Sartorius, der zum zweiten Mal für die Festwochen verantwortlich ist. Selbstbewusst äußerte sich Sartorius zu den „Startschwierigkeiten“ des vergangenen Jahres: Das Festival sei nun kürzer und konzentrierter. „Wir befinden uns noch im Erkenntnisprozess“, fügte er hinzu. Er sei zuversichtlich, dass bereits in diesem, aber vor allem im kommenden Jahr ein „klares Format“ sichtbar werde.

Die Berliner Festwochen (bis 2. November) stellen in diesem Jahr Russland in den Mittelpunkt – mit Hochkarätigem aus Theater, Musik, Literatur und Performance. Eröffnet wird der Kulturmarathon mit drei Choreografien von William Forsythe. Weitere Höhepunkte versprechen das sechsstündige Theaterspektakel „Die Drachentrilogie“des kanadischen Regisseurs Robert Lepage sowie Karlheinz Stockhausens „Inori – Anbetungen für Orchester und zwei Tänzer“. Zum Abschluss gibt das St. Petersburger Mariinsky Theater unter der Leitung seines Chefdirigenten Valery Gergiev mehrere Gastspiele, darunter Tschaikowskys Oper „Eugen Onegin“. Am 28. September eröffnet im Martin-Gropius-Bau die große Ausstellung „Berlin-Moskau/Moskau-Berlin 1950-2000“ mit Werken von rund 200 Künstlern. fr

Alle Infos unter www.berlinerfestspiele.de

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