Kultur : Glanz, schön, unaufdringlich: Armani/Casa erreicht Berlin

Reinhart Bünger

Die Möbel des italienischen Modedesigners Giorgio Armani sind am Dienstagabend nun auch in der deutschen Hauptstadt angekommen: Mit einem Prominententreff wurde in der Villa Harteneck in Grunewald die Produktlinie „Armani/Casa“ vorgestellt. Verteilt auf drei Räume finden sich hier auf 150 Quadratmetern herausragende Einzelstücke aus der aktuellen Designkollektion des Meisters der Haute Couture: Klar konturierte Möbel mit Anklängen an Bauhaus und Art Deco sowie Accessoires für den Ess-, Schlaf- und den Wohnbereich.

Die Verkaufsausstellung in Berlin markiert eine weitere Stufe der Expansionsstrategie der Marke Armani. „Armani/Casa“ wird derzeit in achtzig Boutiquen in 45 Ländern angeboten. In den nächsten Monaten stehen weitere Eröffnungen an, in Peking, Jakarta und Dubai. Der erste Shop wurde eröffnet, als die Produktlinie lanciert wurde: Im Jahr 2000 in Mailand. Berlin ist für Armani etwas Besonderes – sagt jedenfalls Enrico Erba Springorum von „Armani/Casa“: „Wir haben Berlin schon länger auf dem Radar und mit der Villa Harteneck nun die perfekte Umgebung für unsere Kollektion gefunden.“ Armani sei in Berlin schließlich nicht auf der Suche nach einem Möbelhändler gewesen, sondern habe jemanden zur Zusammenarbeit an einem Lifestyle-Konzept gesucht. Eine ideale Situation für die Geschäftsführer der Frank Stüve GmbH & Co. KG – Frank Stüve und Gisela von Schenk. Beide betreiben die Villa Harteneck als hochklassigen begehbaren Einrichtungs- und Designkatalog in Zeiten der Globalisierung.

Armanis Casa-Kollektion fügt sich hier nahtlos ein in den Ethno-Mix, den Stüve aus aller Herren Länder zusammengetragen und mit Designklassikern kombiniert hat. In den drei Räumen darf „Armani/Casa“ im scharfen Kontrast zu rustikalen Holzinstallationen, die Stüve unter anderem von seiner jüngsten Südostasienreise mitgebracht hat, mit schlichter Eleganz glänzen. Die Oberflächen und Stoffe machen hier die Wirkung aus – Italiener sind Verpackungskünstler. Und so mussten viele Rochenleiber als Bezüge für Hocker und Tische herhalten, wo ein Kontrast zur vergleichsweise gewöhnlichen Acrylbeschichtung gewünscht war. Letztere setzte Armani in seiner Casa-Linie praktischerweise bei einem Esstisch ein. Dort veredelt das Acryl ein Muster, dessen Farben sich dann auf Servietten, Tellern und Lehnsesseln wiederfinden – ein Gesamtkunstwerk der Harmonie und des Understatement.

Die prominenten Besucher der Verkaufsausstellung fühlten sich verständlicherweise wohl in dieser Umgebung: Der frühere ZDF-Intendant Dieter Stolte, Susanne Juhnke, Carmen Nebel und viele weitere Gäste nahmen in der Villa Harteneck mal hier, mal dort Platz. Stüves Holzhocker aus Bali blieben auf ihre neue Funktion reduziert – als echte Hingucker. Reinhart Bünger

Villa Harteneck, Douglasstraße 9, Öffnungszeiten: 10 bis 19 Uhr (montags bis freitags), 10 bis 18 Uhr (sonnabends)

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