Kultur : Glück & Gras

Schlossparktheater Steglitz: Das Drama geht weiter

Udo Badelt

Es ist ein Trauerspiel, aber keines, das auf der Bühne stattfindet. Rund ums Steglitzer Schlossparktheater wächst das ungeschnittene Gras in die Höhe, ausrangierte Einkaufswagen vermüllen den Garten. „Das ist dieses Hauses und seiner Geschichte nicht würdig“, erregt sich Michael Braun, kulturpolitischer Sprecher der CDU im Abgeordnetenhaus. Hinter ihm demonstrieren wohlangezogene Herren und Damen, auf Schildern fordern sie die baldige Wiederbelebung des Theaters. Sie gehören zur CDU-Fraktion der BVV Steglitz-Zehlendorf, die ihre Sondersitzung auf die Straße verlegt hat. Dass das Haus, an dem Boleslaw Barlog und Samuel Beckett inszeniert haben, seit 2006 nicht mehr bespielt wird, ist ihnen ein Dorn im Auge. Uwe Lehmann- Brauns, Vizepräsident des Abgeordnetenhauses (CDU), erinnert an den „Schillerkiller“, Ex-Kultursenator Ulrich RoloffMomin, der mit der Schließung des Schiller-Theaters 1993 auch das angeschlossene Schlossparktheater mit in den Abwärtsstrudel riss. „Der Südwesten braucht ein Theater“, findet Lehmann- Brauns und appelliert an den Senat, dem das Haus gehört, jetzt zu handeln.

Mit dem Argument, das 450-Plätze- Haus rentiere sich nicht, lässt der Musicalveranstalter Stage Entertainment den Vorhang unten. Miete muss Stage Entertainment trotzdem bis Sommer 2009 zahlen. Braun wirft dem Senat mangelndes Verhandlungsgeschick vor: „Offenbar lässt sich die Betreibungspflicht gerichtlich nicht durchsetzen.“ Dass sie untätig bliebe, will sich die Kulturverwaltung nicht unterstellen lassen. „Schnellstmöglich“ würde eine Lösung gesucht, so Sprecher Diedrich Wulfert. Heute gibt es ein weiteres Arbeitsgespräch. Ob dann eine Entscheidung fällt, ist aber offen. Neben dem Schauspieler Cuco Wallraff sollen auch die Ku’damm-Bühnen sowie Dieter Hallervordens „Wühlmäuse“ zum Bewerberkreis gehören. Öffentliche Förderung wird der künftige Betreiber nicht erhalten. Und er müsste erst mal zum Rasenmäher greifen. Udo Badelt

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