Goldene Palme : Filmbranche freut sich über Erfolge in Cannes

Über die Goldene Palme für „Das weiße Band“ des Österreichers Michael Haneke freut sich auch die deutsche Branche.

So sagte der Berliner Produzent Stefan Arndt am Sonntagabend in Cannes: „Es ist sagenhaft, hier dabei zu sein, wie eine internationale Jury einen deutschen Film mit einer deutschen Geschichte vor der ganzen Welt hervorhebt.“ Arndt hat mit seiner Firma X-Filme, der auch Tom Tykwer, Wolfgang Becker und Dani Levy angehören, das norddeutsche Dorfdrama vor dem Ersten Weltkrieg produziert – gemeinsam mit Österreich, Italien und Frankreich. „Das weiße Band“ kommt am 12. November in die Kinos.

Auch andere in Cannes preisgekrönte Produktionen entstanden mit deutscher Beteiligung. So freut sich Studio Babelsberg über den mit dem Darsteller-Preis für Christoph Waltz ausgezeichneten Tarantino-Film „Inglorious Basterds“ (siehe Seite 8): Das am 20. August anlaufende Anti-Nazi-Drama wurde hier gedreht. Die weltweite Aufmerksamkeit für den Film werde die Karrieren auch der anderen beteiligten deutschsprachigen Schauspieler fördern, so das Studio im Blick auf August Diehl, Daniel Brühl und Til Schweiger. Auch vom Glanz der als Darstellerin ausgezeichneten Charlotte Gainsbourg strahlt etwas nach Deutschland ab: Die Filmstiftung NRW förderte Lars von Triers finster-grausamen „Antichrist“, der im Bergischen Land gedreht wurde und in dem Gainsbourg extremen Anforderungen ausgesetzt war.

Da immer mehr deutsche Filme mit internationaler Beteiligung entstehen – und immer mehr internationale Produktionen mit Geldern des Deutschen Film- und Fernsehfonds –, sind auch bei den Siegern in den Nebenreihen deutsche Koproduktionen dabei: So ging der Spezialpreis der Sektion „Un Certain Regard“ an Bahman Ghobadis deutsch-iranischen Film „No one knows about Persian Cats“ und an Mia Hansen-Loves französisch-deutschen „Vater meiner Kinder“. Die deutschisraelische Koproduktion „Ajami“ erhielt eine lobende Erwähnung als Debüt. chp

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