Gorki-Theater : Hallo, Dante!

Das Gorki-Theater spielt „Gomorra“ – nach Saviano.

Christoph Funke

Roberto Savianos faktenreiche Reportage „Gomorrha“ (2006) über das Imperium der neapolitanischen Camorra ist bereits Legende – als hoch engagierte und zugleich exemplarische Untersuchung über die Verquickungen zwischen Geschäft und organisiertem Verbrechen. Dabei gelang es Saviano, mit stoischer Tatsachentreue und starker emotionaler Anteilnahme Schicksale aus einer Fülle von Belegen herauszulösen. Eigentlich eine schöne Herausforderung für das Theater – doch Mario Gelardis Fassung bleibt über weite Strecken im Berichten, Erklären, Kommentieren stecken. Und Peter Kastenmüller macht es sich mit seiner Inszenierung im Studio des MaximGorki-Theaters noch schwerer. Die Bühne von Michael Graessner, langgezogen in den mit schwarzer Plastikfolie bedeckten Raum gebaut, ist vollgestellt mit tausenderlei technischem Gerät, angedeuteten Müllbergen, aluminiumglänzenden Dosen. Fünf Schauspieler teilen sich im Rotationsprinzip die Rollen, hinzu kommen Videoeinspielungen und die Überhöhung des Textes durch Auszüge aus Dantes „Göttlicher Komödie“. Bei so viel Beiwerk und Zutaten allerdings kommt das Ensemble mit Hilke Altefrohne, Anika Baumann, Horst Kotterba, Gunnar Teuber und Haydar Yilmaz kaum ins Spiel. Christoph Funke

Wieder am 18. und 25. Oktober.

0 Kommentare

Neuester Kommentar