Kultur : Graceland

NORBERT TEFELSKI

Gemeinsam mit ihrem ständigen Begleiter Mr.Leu trällert Evi Niessner eine jazzige A-cappella-Version von "Heartbreak Hotel" und, reizvoll verhalten, "All Shook Up": Das Gastgeber-Duo der Veranstaltungsreihe "Elvis Séparée" liefert die musikalisch ausgereiftesten Beiträge der Spezialausgabe Elvis lebt (Kalkscheune, heute und morgen 20 Uhr und 12.- 15.5.20.30 Uhr).Wechselnde Gäste mühen sich, den "King" zu ehren, am ersten Abend etwa die "Wild Roses" mit einem Partykellerverschnitt von "Viva Las Vegas": Tuntenbunt im Vordergrund turnen Bob Schneider und Rose McGee, die bei den "Teufelsberger" Trash-Komödianten eindeutig besser aufgehoben sind.Egal, die per Slide-Guitar und Geige countrygerecht ausgerüstete Band knallt den Doppelsingsang sowieso meistens zu - je weiter von Elvis entfernt, desto besser.Als aber Brettlpummel Ulli Lohr fad eingedeutschte Elvis-Hits abspult, sich gar als leiblichen Sohn des Hamburger-Kings ausgibt ("Sind wir nicht wie aus einem Speck geschnitten?"), ist Feierabend."Der hat doch keine Ahnung", grummelt ein Überzeugungskotelettenträger, bevor er, seinen gereiften Zahn hinter sich herziehend, geräuschvoll den Ort des Frevels flieht.Corinne Douarres "Love Me Tender" als französisches Chanson mit Akkordeonbegleitung bleibt dem Fan-Pärchen somit erspart.Uns leider nicht - denn jenseits aller Mißverständnisse enttäuscht das ironische Sammelsurium auch kabarettistische Erwartungen.

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