Kultur : Grass kritisiert Mohammed- Karikaturen

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Günter Grass hat die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen in der dänischen Zeitung „Jyllands-Posten“ scharf kritisiert. „Es war eine bewusste und geplante Provokation eines rechten dänischen Blattes“, sagte der Literatur-Nobelpreisträger in einem Interview mit der spanischen Zeitung „El País“. Den Blattmachern sei bekannt gewesen, dass die Darstellung Allahs oder Mohammeds in der islamischen Welt verboten sei. „Sie haben aber weitergemacht, weil sie rechtsradikal und fremdenfeindlich sind.“ Von den gewalttätigen Reaktionen zeigte sich der 78-Jährige wenig überrascht. Sie seien die fundamentalistische Antwort auf eine fundamentalistische Aktion. Hinsichtlich der Verweise auf die Presse- und Meinungsfreiheit warf Grass dem Westen Selbstgefälligkeit vor. „Woher nimmt er diese Arroganz, vorzugeben, was gemacht werden muss und was nicht?“ Die Wunden nicht nur in den arabischen, sondern auch in den armen Ländern seien sehr tief. Der Westen scheine nicht in der Lage, diese Staaten als gleichberechtigte Partner anzuerkennen. Es lasse sich über alles reden, solange dem Gegenüber die Toleranz entgegengebracht wird, die man für sich selbst beansprucht. dpa

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