Kultur : Grass stiftet Butt als neuen Preis der Leipziger Buchmesse

Die Leipziger Buchmesse wird heute Abend im Gewandhaus eröffnet. Die Festrede hält der ungarische Autor und Präsident der Berliner Akademie der Künste György Konrád. Er stimmt damit auf das Autorenspecial "Schwierige Nachbarschaften - Reflexionen zu Südosteuropa" ein, an dem Autoren wie der Rumäne Mircea Cartarescu, der Albaner Ismail Kadaré, die Kroatin Slavenka Drakulic und der Bosnier Dzevad Karahasan teilnehmen. Mittel- und osteuropäische Verlage aus Russland, Litauen und Tschechien haben erneut ihr Engagement auf der Leipziger Buchmesse verstärkt. In den Hallen auf dem neuen Messegelände werden insgesamt über 1900 Aussteller aus 26 Ländern erwartet. Vergangenes Jahr zählte die Veranstaltung mehr als 65 000 Besucher - die Messeleitung hofft, diese Zahl jetzt zu übertreffen.

Der Bereich "Comic" ist nach dem unerwarteten Ansturm im letzten Jahr deutlich erweitert worden. Unter dem Motto "ganz OHR" wird zum wiederholten Mal das Hörbuch gefeiert.

Einen Messehöhepunkt soll am 21. März die Verleihung des Deutschen Bücherpreises im Rahmen einer MDR-Fernsehgala sein, die am gleichen Tag um 22.05 Uhr ausgestrahlt wird. Dabei werden nicht in erster Linie literarische Leistungen, sondern das gute und gut verkaufte Buch prämiert. Schöpfer der Preisfigur, einer Butt-Plastik, ist Günter Grass. Er ist auch der Laudator von Christa Wolf, die einen Preis für ihr Lebenswerk erhält.

Schließlich wird am Sonntag der Leipziger Buchpreis für Europäische Verständigung 2002 an den in Berlin lebenden serbischen Exilschriftsteller Bora Cosic verliehen. Den "Anerkennungspreis" erhält der tschechische Autor Ludvik Kundera. Am Rande der Buchmesse finden wieder die Verkaufsausstellung "buch+art", die 8. Leipziger Antiquariatsmesse und das größte Europäische Lesefestival "Leipzig liest" statt.

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