Kultur : Grass und Ophuls

wieder in die Akademie gewähltDer Schriftsteller Günter Grass ist auf der Frühjahrsversammlung der Akademie der Künste Berlin-Brandenburg zum Mitglied der Abteilung Literatur gewählt worden.Grass hatte die Akademie, deren Präsident er von 1983 bis 1986 gewesen war, 1989 aus Protest verlassen, weil diese sich aus Sicherheitsgründen geweigert hatte, eine Veranstaltung mit dem von islamischen Fundamentalisten mit dem Tode bedrohten iranischen Schriftsteller Salman Rushdie durchzuführen.Auch der Filmregisseur Marcel Ophuls wurde einige Jahre nach seinem Austritt wieder Akademie-Mitglied.Eine kontroverse Diskussion um das geplante Holocaust-Mahnmal in Berlin bildete den Auftakt der Versammlung.Dabei bekräftigte Akademiepräsident György Konrád seinen Standpunkt, das neue Jüdische Museum von Daniel Libeskind als Mahnmal anzusehen und an der für das Denkmal vorgesehenen Stelle unweit des Brandenburger Tores einen Park anzulegen, der auf verschiedene Gedenkstätten in und um Berlin verweisen sollte.Andere Mitglieder sprachen sich dagegen für den Bau des Denkmals aus.Zum Auftakt der Mitgliederversammlung hielt der Historiker Wolfgang Mommsen einen Vortrag zum Thema "Politik und Kultur: Die Künstler, Schriftsteller und Intellektuellen in der neueren deutschen Geschichte".Darin würdigte er die Bemühungen der Schriftsteller in Deutschland, insbesondere der "Gruppe 47", in den Jahren nach 1945 den Deutschen eine neue geistige Heimat zu schaffen.Der Vortragstext wird im Tagesspiegel vom 24.Mai abgedruckt werden.Die Mitgliederversammlung endet am Sonntag um 11.30 Uhr mit einer Matinee "Über die Verfolgung von Schreibenden", an der auch Konrád und Grass teilnehmen werden und auf der verfolgte Schriftsteller über ihre Situation berichten. dpa / Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben