Grimme-Preise 2010 : Privatsender erzielen Achtungserfolg

Erneut haben die öffentlich-rechtlichen Sender den Großteil der begehrten Fernsehpreise gewonnen. Doch das Grimme-Institut zeichnete dieses Mal auch Privatsender aus.

Die öffentlich-rechtlichen Sender haben wie gewohnt den Löwenanteil der Grimme-Fernsehpreise eingeheimst. Wie das Adolf-Grimme-Institut in Düsseldorf weiter bekannt gab, dominierte das ZDF im Bereich Fiktion mit vier von fünf Preisen.

Ausgezeichnet wurden die beiden Krimis Kommissar Süden und der Luftgitarrist sowie Mörder auf Amrum. Auch das Drama Ein halbes Leben und der Dreiteiler Die Wölfe zur deutsch-deutschen
Geschichte erhielten den Preis. Die ARD holte einen Grimme-Preis mit dem Wirtschaftsdrama Frau Böhm sagt nein (WDR-Produktion). In der Sparte Unterhaltung siegten die Late-Night-Show Inas Nacht mit Ina Müller (ARD/NDR) sowie die heute-Show von Oliver Welke (ZDF).

Die Privaten erreichten im Bereich Information und Kultur erstmals zwei von fünf Preisen. Das Institut zeichnete das Deutsche Sportfernsehen DSF für Tabubruch – Der neue Weg von Homosexualität im Fußball sowie ProSieben mit Galileo Spezial – Karawane der Hoffnung aus. Weitere Preisträger in der Kategorie Information und Kultur sind die Reportagen Eisenfresser (BR/Arte/rbb) und Tiananmen (ARD/WDR/Arte/NDR) sowie der ZDF-Film Henners Traum.

Der Direktor des Grimme-Instituts, Uwe Kammann, wies die spektakuläre Fernseh-Schelte des Literaturkritikers Marcel Reich-Ranicki von 2008 zurück: "Reich-Ranicki hat keinerlei Kenntnis vom Programm. Deutschland muss sich hinter keinem anderen Land verstecken." Herausragendes Fernsehen sei "keine Chimäre, exzellente Qualität findet sich in einem breiten Spektrum", sagte Kammann.

Der Adolf-Grimme-Preis wird seit 1964 jährlich an qualitativ herausragende Fernsehproduktionen vergeben.

Die Preis-Verleihung ist am 26. März in Marl geplant, dem Sitz des Adolf-Grimme-Instituts. Es ist das Medieninstitut des Deutschen Volkshochschul-Verbandes.

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa

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