Kultur : Größte Streikaktion der Orchester

Die rund 90 deutschen Opern- und Konzertorchester wollen bei ihren Warnstreiks noch mehr Vorstellungen als bisher einbeziehen. Es handele sich „um die größte Streik- und Aktionswelle deutscher Orchester seit den fünfziger Jahren“, so die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) gestern in Berlin. Insgesamt sind 80 Standorte betroffen. „Es wird jetzt so massiv agiert, um künftig nicht jedes Jahr auf die Straße gehen zu müssen“, erklärte Geschäftsführer Gerald Mertens. In den ersten dreieinhalb Tagen sind bundesweit Proben, Konzerte und Opernvorstellungen betroffen gewesen, darunter auch Premieren. Totalausfälle von Vorstellungen wurden laut Mertens „bislang noch“ vermieden. Das Publikum habe „durchweg mit großem Verständnis für die Situation der Musiker reagiert“. Die Orchester wollen mit ihren Aktionen gegen eine Abkoppelung von den Gehaltsabschlüssen im öffentlichen Dienst protestieren. Der Deutsche Bühnenverein hat die DOV unterdessen aufgefordert, den bereits 2006 ausgehandelten neuen Orchester-Tarifvertrag zu unterschreiben, da es sonst „keine Lohnerhöhungen für Musiker mehr geben“ werde. Die nächste Tarifrunde ist für den 13. Oktober in Köln geplant. dpa

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