Kultur : Großartige Verkaufsergebnisse bei der 44. Kunst-Messe München

Eva Karcher

Genuss für die Sinne versprach die 44. Kunstmesse München (KMM), die vom 21. Oktober bis zum 1. November auf dem Messegelände München-Riem stattfand. Und in der Tat wurden die insgesamt 21 500 Besucher - 10 Prozent mehr als ein Jahr zuvor - nicht enttäuscht. Schließlich boten 135 internationale Kunst- und Antiquitätenhändler, darunter 35 neue Aussteller, auf 11 000 Quadratmetern Fläche, umrahmt von Laubbäumen, Zypressen, Blütengebinden und Blumenbeeten, Augenreize der erlesenen Art.

Stände, inszeniert wie Salons oder Kabinette, luden zu schwelgerischem Verweilen vor kostbaren Gemälden, Möbeln, Skulpturen und Objekten von der Antike bis zur Gegenwart ein. Klar strukturiert nach Fachgebieten, ermöglichte die Messe dem Spezialisten ebenso zügigen Zugang zu Raritäten wie dem Flaneur einen Spaziergang durch teilweise atemberaubende Kulturschätze.

Allen voran waren zwei Zeichnungen des jungen Michelangelo zu bewundern, extra eingeflogen aus der noch bis 9. Januar dauernden Ausstellung zum Frühwerk des Genies in der florentinischen Casa Buonarroti. Beinahe ebenso großartige Arbeiten auf Papier konnten bei 15 renommierten Händlern nicht nur bestaunt, sondern auch erworben werden, darunter beispielsweise die aquarellierte Ansicht eines Klosters bei Perugia von Carl Rottmann, entstanden um 1820, die Katrin Bellinger für rund 80 000 Mark verkaufte.

Highlights gab es auf dieser Messe jedenfalls zur Genüge, die vom Ende der Tefaf Basel (The European Fine Art Foundation) unübersehbar profitieren konnte. So teilten sich der Münchner Konrad O. Bernheimer, der die Messe als "die endgültig beste Deutschlands" lobte, und sein Kollege Adriano Ribolzi aus Monte Carlo einen der prachtvollsten Stände. Ausgestattet mit Parkett und Wandvertäfelungen des 18. Jahrunderts, zeigte Ribolzi als Höhepunkt ein außergewöhnlich elegantes Schreibmöbel von Riesener, von diesem signiert und 1771 datiert. Bernheimer stellte dem objet du desir zwei nicht minder sensationelle Landschaften mit mythologischen Szenerien zur Seite, gemalt 1773 von Jakob Philipp Hackert (1,85 Millionen Mark).

Mit einem Rokoko-Lavabo aus vergoldetem Silber, ziseliert um 1765/67 vom Augsburger Meister Johann Martin Satzger, entzückte die Bremer Galerie Neuse, mit antiken Uhren sowie einer frühen Louis-XVI-Pendule von 1765 aus feuervergoldeter Bronze erfreute der Münchner Händler Clemens von Halem. Freunde ägyptischer Götterfiguren, (Roswitha Eberwein, Göttingen) und indischer Plastiken (Blue Elephant - Oriental Art, Maastricht) kamen ebenso auf ihre Kosten wie Sammler der Volkskunst, die bei R. Pachmann, München für je 12 000 Mark süddeutsche Hinterglasbilder erwarben.

Bis zur zeitgenössischen Kunst reichte das Spektrum des Angebots, und stets fanden sich Liebhaber wie etwa für die Serigraphie von Roy Lichtenstein bei Kaess-Weiss (40 000 Mark). Allen hat sie offenbar gefallen, diese Messe. Ob sie alle nächstes Jahr auch tatsächlich wiederkommen, wird sich zeigen.

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