Kultur : Große Kunst, totaler Mist

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Eigentlich dachte ich, dass der Trash im Kino durch sei. Und dann erzählt Quentin Tarantino eine wunderbare, bösartige Liebesgeschichte zwischen zwei Serienkillern, Uma Thurman und David Carradine. Tarantino spielt meisterhaft mit der Erinnerung an Carradines KungFuFilme, und der Trash wird auf einmal so kunstvoll und sentimental wie nie zuvor. Man entdeckt in sich selbst die Sehnsucht nach einer solchen Existenz. „Kill Bill 2“ ist ein Superkammerspiel, „Kill Bill 1“ ein Splatterfilm im Extrem: 500 Leichen pro Minute, da kann ich nicht mehr folgen. Man sieht, dass zwischen totalem Mist („Kill Bill 1“) und großer Kunst („Kill Bill 2“) manchmal nur Millimeter liegen.

Matthias Lilienthal leitet in Berlin das Theaterkombinat Hebbel am Ufer.

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